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  Jun 2009

Erste Kölner KISS Gruppe in Vorbereitung

KISS steht für „Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum“. Es handelt sich hierbei um ein neu entwickeltes verhaltenstherapeutisches Selbstmanagementprogramm („Behavioral Self-Control Training“) zur gezielten Reduktion des Konsums legaler und illegaler Drogen (vlg. Körkel & GK Quest, 2005).

KISS richtet sich an Drogengebrauchende Menschen -auch Substituierte- die nicht oder noch nicht abstinent leben können und/oder wollen, sich aber mit ihrem Drogenkonsum nicht mehr wohlfühlen und etwas daran ändern wollen.

KISS verändert den Blick. Drogenkonsumenten erfahren sich nicht mehr als hilflos, defizitär und fremdbestimmt, sondern als selbständig zielsetzende, entscheidende und handelnde Personen. MitarbeiterInnen der Drogenhilfe erleben sich nicht als Druck ausübende ÜberredungskünstlerInnen, sondern als wertschätzende und achtsame GesprächsleiterInnen und BegleiterInnen des Veränderungsprozesses.

Alle Drogengebraucher die an der Teilnahme an diesem Angebot interessiert sind, können sich ab sofort zur Terminvereinbarung mit uns in Verbindung setzen.

KISS Interessierte

KISS Flyer

Während des KISS Programms finden nach 2-3 Vorgesprächen 12 Gruppensitzungen statt, in denen das Führen eines Konsumtagebuches, Festlegen von wöchentlichen Konsumzielen, Erkennen und Bewältigen von Risikosituationen, der Umgang mit „Ausrutschern“ u.a.m. vermittelt werden.

Selbstkontrollierter Konsum psychoaktiver Substanzen liegt vor, wenn eine Person ihren Substanzgebrauch an einem zuvor festgelegten Konsumplan bzw. Konsumregeln ausrichtet. Selbstkontrollierter Konsum bezeichnet also einen disziplinierten, geplanten und limitierten Substanzgebrauch. In internationalen Programmen ist es üblich, jeweils für eine Woche zu planen:

* Anzahl drogenfreier Tage
* maximale Konsummenge an Konsumtagen
* Gesamtkonsum in der ganzen Woche

(und ggf. weitere Festlegungen vorzunehmen, wie Zeitpunkt, Ort und soziales Umfeld des Konsums).

Zu den Zielen von KISS gehören:

* Bewusstmachung des Umgangs mit psychoaktiven Substanzen (inkl. Alkohol und Tabak)
* Stärkung der Änderungsmotivation
* Aufbau von Selbstmanagementfertigkeiten zur Konsumreduktion/-beendigung für vom KonsumentIn ausgewählte Substanz(en)

Merkmale von KISS

* Reduktion oder Abstinenz als Ziel möglich.
* Als Einzel- oder Gruppenprogramm durchführbar.
* Menschenbild der Humanistischen Psychologie (Ambivalenzmodell „Sucht macht Sinn“) – Respektierung der Entscheidungsautonomie des Konsumenten

* Klare Programmstruktur entsprechend verhaltenstherapeutischen Selbstmanagementprogrammen: Schrittweise Veränderung in 12 Modulen.

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