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23 Aug 2016

Arzneimittel Naloxon kann bei Überdosis Leben retten

Bochum. In der Krisenhilfe gab es eine Schulung zur Anwendung des Medikaments Naloxon. Es kann bei einer Heroin-Überdosis Leben retten.

Rechts im Bild Marco Jesse und Esther Nock

Rechts im Bild Marco Jesse und Esther Nock zeigen den Teilnehmer die Handhabung des Notfallsets in den Räumen der Krisenhilfe an der Viktoriastraße in Bochum. Foto: Gero Helm

Der Konsum von Heroin sorgt in Deutschland immer noch für etwa 1000 Todesfälle pro Jahr. Die Droge kann sowohl intravenös eingenommen als auch durch die Nase gezogen werden. Die Folgen einer Überdosierung reichen von Ohnmachtsanfällen bis hin zum Tod. Um diesen vorzubeugen, bedarf es lebensrettenden Sofortmaßnahmen wie der Zugabe des Medikaments „Naloxon“. „Binnen von zwei bis drei Minuten setzt die Atmung wieder normal ein und man ist stocknüchtern“, erklärt Dr. Axel Hentschel, Leiter des Landesverband Junkies, Ehemalige und Substituierte (JES).

Erhältlich ist Naloxon nur auf Privatrezept oder in Suchtambulanzen wie der Bochumer Krisenhilfe. In einem Notfallkit befinden sich neben zwei mit Naloxon befüllten Ampullen auch eine Spritze und ein Nasenzerstäuber. Durch das Aufziehen des Gegenmittels in die Spritze und die Befestigung am Zerstäuber ist das Medikament „wie ein Nasenspray“ anzuwenden, so Hentschel. Der Diplom-Pädagoge weist darauf hin, dass Naloxon zwar schnell, aber nicht als Entzug wirkt. „Der Abhängige will weiter konsumieren. Süchtige sind schwerkranke Menschen.“

Die Anlaufstelle ist der erste Weg

Um so wichtiger ist es, dass den Drogenabhängigen die Möglichkeit gegeben wird, an einen Ort wie der Krisenhilfe zu kommen, um dort nicht nur unter Aufsicht konsumieren zu können, sondern auch das Gespräch mit dem Fachpersonal zu suchen.

Dabei ist die Anlaufstelle der erste Weg vom Drogenkonsum auf der Straße wegzukommen. „Manchmal dauert diese Entscheidung bis zu zehn Jahre. Oder auch weniger, wenn man plötzlich Verantwortung für andere übernehmen muss, zum Beispiel als Mutter oder Vater“, erklärt der 53-Jährige und betont die wenigen Anlaufstellen, die es bundesweit gibt. Dass die Krisenhilfe wochentags nur für fünf Stunden geöffnet hat, liege in der Hand der Kommune.

Ambulante Drogentherapie

Trotz dieser wenigen Stunden kommen täglich bis zu 150 Menschen in das Kontaktcafé an der Viktoriastraße. „Unsere jüngsten Besucher sind 21 Jahre alt, der Älteste ist 72 Jahre “, berichtet Esther Nock, die als Krankenschwester dort im täglichen Kontakt mit Drogenabhängigen steht. Die Tendenz der Drogentoten in NRW sieht sie als eher rückläufig. Sie lobt die Angebote der Suchthilfeeinrichtungen und deren engagierte Mitarbeiter, die sich um die Kranken kümmern und „eine erstklassige Aufklärungsarbeit leisten.“

Das Angebot des Notfalltrainings zur Handhabung von Naloxon nutzten zahlreiche Opiatkonsumenten. „Eigentlich dient das Medikament der Eigenanwendung. Der Widerspruch dahinter ist, dass es dem Drogenkonsumenten bei einer Überdosis gar nicht mehr möglich ist bewusstlos das Naloxon selbst zu verwenden.“ Um so wichtiger war es, dass sie lernten, wie man anderen bei einer Überdosis hilft und Leben rettet.

 

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