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AchtungVerachtung

AchtungVerachtung
Ein Stadtteil zwischen Zerstörung und Kreativität

„AchtungVerachtung“ – ein Titel wie gemacht für ein Projekt einer Drogenselbsthilfeeinrichtung. Was verbirgt sich dahinter? Angeregt durch die Ausschreibung zum Ideenwettbewerb „Spuren hinterlassen…“ der Kölner Stiftung KalkGestalten formulierten Mitarbeiter von Junkie Bund/VISION und die freien Künstler Nina Marxen und Walbrodt als Projektziel: „Es gilt, Menschen mittels weißer Wände Gestaltungsspielräume zu geben – sie somit zur Kreativität zu ermutigen und die Basis für einen konstruktiven Dialog zu schaffen.“

Kreativität und Zerstörung liegen auf den zwei Seiten einer undeutlichen Grenze – beide hinterlassen Spuren. Um etwas Neues zu schaffen, muss, wenn man genauer hinschaut, immer etwas grundlegend verändert werden.

Viele Vorgänge in den Kalker Straßen und Plätzen werden von uns als Zerstörung empfunden. Hier wird Farbe auf Häuserwänden hinterlassen, dort sind Fensterscheiben eingeschlagen und an anderer Stelle ist Gebrauchtes scheinbar achtlos hingeworfen.

Die Idee ist, diese Zerstörungen als Kreativraum zu erkennen und zu nutzen. Das entwickelte Projekt für „Spuren hinterlassen…“ soll die Kreativität in Kalk ein Stück weiterentwickeln und Raum für einen konstruktiven Dialog aufbauen.

In dem als Problembezirk verschrienen Stadtteil Kalk installierten Mitarbeiter und Künstler am 28. September 2007 mehrere weiße Plakatwände, die zur Gestaltung durch die Bevölkerung freigegeben bzw. mit diesen gemeinsam bearbeitet wurden. Als Standorte wurden hierfür die Unterführung an der Trimbornstraße, der Ottmar-Pohl-Platz und der Platz an der Kalker Post gewählt.

Der Erfolg des Projekt zeigte sich schon im Verlauf und wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung erneut hervorgehoben. Es ist gelungen, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, die sich in aller Regel eher aus dem Weg gehen.

Sonderpreis „Leuchtturmprojekt“

Mit der Zielsetzung, die Integration und das Zusammenleben unterschiedlicher Gruppen – hier insbesondere Drogengebraucher – zu fördern, findet sich hier eine Leitidee des Junkie Bundes Köln/VISION wieder. Die Idee stieß bei den Verantwortlichen der Stiftung KalkGestalten auf so viel Interesse und Zustimmung, dass das Projekt am 9. Juli 2007 als „Leuchtturmprojekt“ der Bürgerstiftung ausgezeichnet wurde.

„Ehrenamtspreis „merk|würdig“

„Aus der Geschichte von HIV/AIDS haben wir gelernt, dass Kommunikation wohl das wichtigste Instrument ist, um Vorurteile abzubauen und Verständnis oder Akzeptanz für unterschiedliche Lebensstile zu entwickeln.“ Mit diesen Worten begann Dirk Schäffer die Laudatio anlässlich der Auszeichnung von „AchtungVerachtung“ mit dem Ehrenamtspreis „merk|würdig“ der AIDS-Hilfe NRW. Dieser wurde unseren Künstlern Walbrodt, Nina Marxen und dem Vertreter von VISION e.V. im Rahmen des Jahresempfangs der AIDS Hilfe NRW überreicht. Mit dem Ehrenamtspreis zeichnet die AIDS-Hilfe Menschen aus, die durch ihre ehrenamtliches Engagement hervortreten und die Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen stark beeinflusst und geprägt haben.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.vision-ev.de/projekte/achtungverachtung/

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Kategorienarchiv: AchtungVerachtung

21 Feb 2008

Kreativer Raum wurde ausgenutzt

Podiumsdiskussion zum Abschluss des Kunstprojekts „Achtung – Verachtung“

von LYDIA KECK

Kreativer Raum wurde ausgenutztKALK. Ein roter Fluss zieht sich quer über das Drei-Meter-Wandbild auf Spanplatte. In tiefem Schwarz ist auf der fiktiven Landschaft aus einem Gemisch von Acryl- und Wandfarben „Liebe ist alles -sie ist ewig“ zu lesen. Darunter hat jemand in zartem Pink „Petit“ gekritzelt. Über und unter dem roten Streifen, der an einen Blutfluss erinnert, steht in sorgfältiger Handschrift „Glaubt an Euch, ich stehe Euch bei“. Darüber kleben Wundpflaster. Es scheint, als wolle jemand die Wunde verschließen. Auf der Rückseite der großen Bildfläche, die fünf Wochen lang auf dem Platz vor der Kalker Post installiert war, entstand eine „Traumlandschaft“ mit Blumen und Pflanzen.

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18 Feb 2008

AchtungVerachtung Diashow

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18 Feb 2008

Podiumsdiskussion

Montag, 18. Februar 2008, 19:30 Uhr
macevent GmbH, Dillenburger Straße 73

Podiumsdiskussion Seite 2Podiumsdiskussion Seite 1Grußwort von
Elfi Scho Antwerpes (DPWV Köln)

Moderation von
Kerstin Schmedemann (KalkGestalten)

Darstellung und Diskussion durch
Dr. Axel Hentschel (Junkie Bund Köln e.V.)
Daniel Hoernemann (Walbrodt)
Ulf Petersen (Miteinander e.V.)
Markus Thiele (Bürgerverein Kalk)

Veranstaltet von
Junkie Bund Köln e.V.
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18 Feb 2008

center.tv – Rheinzeit

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29 Jan 2008

Kunstprojekt in Kalk

2008_01_29_ksta_kunstprojek.jpgDas Kunstprojekt „Achtung Verachtung“, das sich mit Kalk als einem „Stadtteil zwischen Zerstörung und Kreativität“ befasst, hat auf drei weißen Wänden Möglichkeiten für Bewohner geschaffen, Ideen für ihren Stadtteil zu entwerfen. Zum Abschluss der Aktion ist am Montag, 18. Februar, 19.30 Uhr, eine Podiumsdiskussion auf Einladung des Junkie-Bundes. An der Dillenburger Straße 73 diskutieren bei der macevent GmbH die beteiligten Künstler und Vertreter des Miteinander e.V., des Bürgervereins Kalk und des Junkie-Bundes. (bl)
www.aufgemalt.de

29 Nov 2007

AchtungVerachtung Fotodokumentation

1. Tag: Presse-Termin

Freitag, 28. Oktober 2007

4. Tag

Montag, 1. November 2007

5. Tag

Dienstag, 2. November 2007


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10 Okt 2007

„Leuchtturm für Kalk“ strahlt mit hellem Weiss

An drei Orten inspirieren weiße Wände zu neuen Ideen für das Viertel

2007_10_10_wochenspiegel_le.jpgHumboldt-Gremberg/Kalk – „Grembranx“ prangt es in roter Sprühfaibe auf der Stellwand vor der Kalker Post. Die zweite, den KölnArcaden zugewandte Seite der Wand ist (noch) jungfräulich weiß. Was an anderen Stellen als „Schmiererei“ oder Sachbeschädigung gilt, ist in diesem Fall von Künstler Daniel Hoernemann (alias „Walbrodt“) explizit gewünscht: Neutrale, weiße Wände an Orten, die in der Vergangenheit weniger angesehen oder lieblos behandelt wurden, fordern Passanten und Anwohner jetzt auf, Spuren zu hinterlassen oder Visionen zu entwickeln. Zwei weitere Wände zieren die Unterführung Trimbornstraße sowie den Otmar-Pohl-Platz. An der Trimbornstraße hat sich bereits ein Künstlerkollege „Walbrodts“ mit einem flächenfüllenden abstrakten Gemälde verewigt. Die Wand am Otmar-Pohl-Platz wurde (bisher) spärlich genutzt.

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02 Okt 2007

Auf weißen Wänden selbst kreativ werden

Junkiebund stellte Kunstaktion „AchtungVerachtung“ in Kalk vor

von DIERK HiMSTEDT

2007_10_02_rundschau_auf_we.jpgKALK. Vier Wochen lang werden die Kalker an den drei Standorten Kalker Post, Ottmar-Pohl-Platz und Trimbornstraße jeweils mit einer weißen Wand konfrontiert. „Wir sind neugierig, was passieren wird, wie die Bürger mit dem Angebot einer ungewohnten weißen Wand in ihrer gewohnten Umgebung umgehen werden“, erläuterte die freischaffende Künstlerin Nina Marxen das ungewöhnliche Projekt. „Achtung Verachtung“ heißt es und wurde vom Junkiebund in Zusammenarbeit mit dem Künstler „Walbrodt“, alias Daniel Hoernemann, und Nina Marxen ins Leben gerufen.
„Wir haben Standorte ausgesucht, die je nach Einstellung umstritten, hässlich oder sogar verachtenswert sind. Die Leute sollen motiviert werden, genau hinzuschauen und gegebenenfalls auf den Wänden dazu Stellung zu nehmen“, beschrieb „Walbrodt“ das Ziel des Projekts. Nina Marxen wird die Wände täglich so ausstatten und vorbereiten, dass Passanten sich auf einfache Weise kreativ darauf äußern können. Sei es durch ein geschriebenes Statement, eine Zeichnung oder ein kleines Bild.

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01 Okt 2007

Platz für neue Perspektiven

Drei weiße Wände in Kalk warten darauf, gestaltet zu werden

Ob mit Bildern, Kommentaren oder Graffiti: Auf den Leinwänden können Bürger Statements zu ihrer Umgebung festhalten

VON TOBIAS NEUHAUS

Walbrodt (v.l.), Marco Jesse, Nina Marxen und Gudrun KirchKalk – Verbotene Früchte sollen ja auch ganz gut schmecken. Darüber gerät der Künstler Walbrodt kurz vor der Einweihung des von ihm mitentwickelten Projektes „Achtung Verachtung“ noch einmal ins Grübeln. „Achtung! Frisch gestrichen“, mahnt ein Zettel neugierige Passanten, der am Platz der Kalker Post aufgestellten und weiß leuchtenden Wand nicht zu nah zu kommen. Ob die Warnung den Reiz, etwas darauf zu malen, vielleicht sogar noch erhöht? Aber am Ende, befürchtet Walbrodt, traut sich überhaupt niemand ran an die Wand – dabei möchte er ja genau das erreichen: „Die Leute sollen hier ihre Spuren hinterlassen.“ Also verschwindet der Warnhinweis schnell in seiner Tasche.
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28 Sep 2007

Leuchturmprojekt für KalkGestalten

Das vom Junkie Bund Köln veranstaltete Kunstprojekt AchtungVerachtung startet mit dem Aufbau von drei weißen Wänden in Köln Kalk.

Wichtiges Anliegen des Junkie Bundes ist u. a. die Gemeinwesen-Arbeit und das bürgerschaftliche Engagement. Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit den Künstlern Nina Marxen und Walbrodt ein Projekt entwickelt, das Zerstörung als Kreativraum thematisiert.
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11 Jul 2007

Leuchtturm vergeben

„KalkGestalten“: Sonderpreis für den Junkiebund

2007-07-11-wochenspiegel-le.jpgKalk – Im Rahmen des Kalker Straßenfestes lud auch der Arbeitskreis Kalk (AK Kalk) in den idyllisch gelegenen Stadtgarten ein. Dort präsentierten sich die im AK Kalk zusammengeschlossenen Einrichtungen, Träger und Vereine und luden gleichzeitig in zahlreichen Aktionen zum Mitmachen ein. Dabei stellte die Bürgerstiftung „KalkGestalten“ auch die prämierten und geförderten Projekte unter dem Motto: „Spuren hinterlassen“ vor.

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