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Geschichte

Zu einer Zeit, als die Drogenproblematik immer stärker in das öffentliche Bewusstsein trat und die traditionelle Suchthilfe erkennen musste, dass sie nur einen kleinen Teil der Drogenkonsumenten erreichen konnte, waren innovative Ansätze und neue Denkmodelle gefragt. In dieser Atmosphäre entstand bei den Vereinsgründern schon früh der Wunsch, durch eine eigene niedrigschwellige Anlaufstelle die Kölner Drogenhilfelandschaft zu ergänzen.

Zweckverband

AIDS-Hilfe in BeethovenstraßeAls ersten Schritt in diese Richtung wurden Informationen aus dem benachbarten Düsseldorf eingeholt, wo der dort ansässige Junkie Bund bereits seit geraumer Zeit an einem entsprechenden Konzept strickte. Ergebnis dieser Kontakte zu weiteren dem JES-Netzwerk angehörigen Gruppen in NRW war schließlich am 4. Februar 1991 die Gründung eines Zweckverbands „Kontaktladen“, dem neben Köln und Düsseldorf auch Bonn und Dortmund angehörten. Unterstützt durch die AIDS-Hilfen führte dieser Zweckverband erste Gespräche und später konkrete Verhandlungen mit der Landespolitik. Nach anfänglicher Skepsis stießen die Aktivisten hier auf Zuhörer, die sie von ihrer Idee einer durch die akzeptierenden Drogenselbsthilfen betriebenen Kontakt- und Anlaufstelle überzeugen konnten.

Das nordrheinwestfälische Kontaktladenmodell war geboren. Mit einer Förderung in Höhe von 100.000 DM begannen die vier Vereine zu arbeiten. Für Köln beteiligte sich die Kommune mit einer 10 % Fehlbedarfsfinanzierung an den Kosten.

 

Beethovenstraße

Die Dachkammer aus den Anfängen. Früher gab es natürlich noch keinen ComputerDamit fanden drei Jahre als Untermieter der Kölner AIDS-Hilfe ihren Abschluss. Die hier genutzten Räume – erst eine kleine „Dachkammer“, die kostenfrei genutzt wurde und später einen zusätzlich angemieteten kleinen Gruppenraum – platzten schon lange aus allen Nähten. Die Verbindung zwischen Junkie Bund und AIDS-Hilfe hatte ihren Ursprung neben dem liberalen, humanen und von Lebensstilakzeptanz geprägten Selbstverständnis und in der Person eines ehrenamtlich für die AIDS-Hilfe in der Pipienstraße tätigen Mitarbeiters, der auch zu den Gründern des Junkie Bund zählte. Ihm verdankte der Verein, dass er nach dem Umzug der AIDS-Hilfe in die Beethovenstraße unentgeltlich ein kleines Büro nutzen konnte.

Von dort aus organisierte der Junkie Bund seinen Spritzentausch auf der Neumarktszene. Dazu bot man im Büro unter anderem HIV- und Hepatitis Beratung an. Die AIDS-Hilfe spendete die Ausstattung des Büros und später auch des hinzugekommenen Gruppenraums.

Gruppenraum GruppenraumDamit war der Grundstein für den Erfolg dieses damals noch exotischen Angebots gelegt. Ohne die Unterstützung eines solchen Partners, von dem man lernen konnte, ohne bevormundet zu werden, wäre der Weg um vieles steiniger gewesen. Trotz der beengten Verhältnisse herrschte in der Beethovenstraße – fragt man Zeitzeugen – eine Atmosphäre von freundlicher Chaotik verbunden mit einer warmen und aufgeschlossenen Gastlichkeit.

Aachener Straße – oder auch nicht?!

Endlich konnte nun mit der Suche nach eigenen, ausreichend großen Räumen begonnen werden. Geplant war die Anmietung eines Ladenlokals im Linksrheinischen. Leider zeigte sich hier schnell, dass nur einige wenige Vermieter geneigt waren, einer Drogenselbsthilfe ihre Räume für ein solches Angebot zu vermieten. Hinzu kam die fehlende Erfahrung im Umgang mit Vermietern und Maklern. Das Ergebnis war die Unterzeichnung eines Mietvertrags für ein Objekt in der Aachener Straße. Die Umbau und Renovierungsarbeiten wurden aufgenommen, doch schnell zeigte sich, dass der Vermieter uns über den sprichwörtlichen Tisch gezogen hatte und seine Zusagen nicht einhalten würde. Der Vertrag wurde noch vor der Eröffnung der Räume wieder gekündigt und es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit, der den Verein schließlich beinahe in den Bankrott trieb. Nur die finanzielle Unterstützung der AIDS-Hilfe NRW konnte dies verhindern.

Berliner Straße

Die Suche nach einer geeigneten Immobilie begann erneut und führte schließlich am 1. Mai 1994 zu der Anmietung der Räume einer ehemaligen Beratungsstelle des Arbeitskreis Drogenhilfe in der Berliner Straße im rechtsrheinischen Köln Mülheim. Damit waren wir zwar „op de schäl Sick“ und nicht wie gewollt in der Innenstadt, aber Mülheim gehörte damals schon zu den Brennpunkten und hatte eine große Heroinszene vorzuweisen.

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Der Junkie Bund expandierte: Präventionsveranstaltungen, ein Zeitungsprojekt, regelmäßige Öffnungszeiten mit Frühstück und Mittagessen, ein Mitgliederrundbrief und regelmäßige Kontakte zu anderen Junkie Bünden/JES Gruppen machten den Kölner Junkie Bund zu der Informationsbörse für Drogen Gebrauchende. HIV-/Hepatitisprävention und harm reduction standen im Mittelpunkt des Tagesgeschäfts. Während der Laden „brummte“ und erste Personalstellen mit Ehemaligen und Substituierten besetzt werden konnten, gab es aber auch immer wieder schwierige Situationen. Das Eintreten für eine humane Drogenpolitik einerseits und der eigene Hintergrund als Konsumenten führte bei den Mitarbeitern oft zu einem Dilemma. Sie mussten die Hausordnung gegen Freunde und Bekannte durchsetzen, Konsum und Handel in den Räumen unterbinden usw. Es versteht sich fast von selbst, dass dies nicht immer einfach war und zugegeben auch lange nicht immer gelang.

Auffangsubstitution

Dennoch stieg die Akzeptanz des Junkie Bund bei den mit uns befassten Ämtern und Medien spürbar. Ein Ergebnis dieser Entwicklung war es, dass wir dem Kölner Gesundheitsamt kostenfrei einen Raum zur Verfügung stellten. Von hier aus wurde im Rahmen der Modellerprobung zur medikamentgestützten Rehabilitation i.v. Opiatabhängiger die Methadonsubstitution durchgeführt und eine medizinische Sprechstunde angeboten. Gewissermaßen im Gegenzug wurde eine Stelle für einen Sozialpädagogen zur psychosozialen Begleitung der Substituierten genehmigt.

Die Folgen waren vielfältig: Nachdem in den ersten Monaten die Besucher in erster Linie aus den Reihen aktiver Konsumenten kamen, stellten nun Substituierte die Mehrheit. Einschneidender jedoch war die aufkeimende Diskussion um die Anstellung von Sozialarbeitern/-päda-gogen, welche nicht über einen Drogenhintergrund verfügten. Die Entscheidung für diesen Weg brachte dem Junkie Bund viel Kritik aus den eigenen Reihen und aus dem JES-Netzwerk ein. Rückblickend ist es aber wahrscheinlich neben vielen anderen auch diese Entscheidung, die mit dazu führte, dass der Kölner Junkie Bund als einziger „Überlebender“ des Kontaktladenmodells noch heute arbeitet und wächst.

Durch die Vergrößerung des Teams fielen dem Junkie Bund auch weitere Aufgaben und Tätigkeitsfelder zu: Substitutions- und Therapievermittlung, Schuldenberatung, Begleitgänge zu Ämtern und Gerichten sind nur einige Themen.

Im Mai 1997 endete die Auffangsubstitution in der Berliner Straße und erneut verschob sich die Besuchergruppe hin zu aktuell Konsumierenden. Die Tatsache dass der Kontaktladen in einem reinen Wohnhaus in einer normalen Wohnung untergebracht war, brachte in den nächsten Monaten immer größere Probleme mit sich. Die Beschwerden der Anwohner häuften sich, da im Hinterhof gehandelt wurde und immer wieder Besucher gezwungen waren, im Hausflur zu konsumieren, da der Verfolgungsdruck außerhalb stieg.

In den Reihen

In den ReihenMit Ablauf der Vertragslaufzeit erfolgte daher 1999 auf Druck des Gesundheitsamtes die Verlagerung in ein Gebäude der Gebäudewirtschaft In den Reihen in Köln Kalk. Obwohl auch Kalk eine größere offene Drogenszene vorzuweisen hatte, war der Standort mehr als ungeeignet für ein niedrigschwelliges Angebot, da er zu weit von den Treffpunkten entfernt war. Die fünf Jahre an dieser Stelle waren geprägt von dem erfolglosen Versuch. die Kalker Junkies zu erreichen. Einzig die Streetworkangebote wurden angenommen. Zeitweise wurde sogar ein Shuttle Service eingerichtet, um die User zu einem Besuch der Einrichtung zu motivieren. Aber auch dieser Versuch lief ins Leere. Während der gesamten fünf Jahre wurde der Betrieb fast ausschließlich durch die Substituierten gerechtfertigt, die dort ihre PSB Termine wahrnahmen. Das Gefühl aller Mitarbeiter, abgeschoben worden zu sein, war äußerst demotivierend. Dennoch bestand die Hoffnung, erneut durchstarten zu können, wenn der mit der Kölner AIDS-Hilfe ausgearbeitete Plan eines rechtsrheinischen Drogen- und Gesundheitszentrums (DRUGS) erst umgesetzt würde. Das Konzept vereinte ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt mit einem Drogenkonsumraum und sollte für die Förderung von kreativen Potentialen Platz bieten. Dieser Plan jedoch konnte nur zu einem kleinen Teil realisiert werden und die Tatsache, das sich der Junkie Bund unter den neuen Bedingungen stark mit seinen eigenen Strukturen beschäftigte, führte dazu, dass sich die AIDS-Hilfe einem anderen Kooperationspartner zuwandte.

So blieb letztlich nur Existenzangst verbunden mit dem Frust, den die ungenutzten Potentiale mit sich brachte. Alle warteten auf die erste Gelegenheit, einen neuen besseren Platz für die Arbeit des Vereins zu finden. Die Suche nach geeigneten Immobilien begann schon lange vor Ablauf des Mietvertrags. Gegen den Willen und die Empfehlung von Gesundheitsamt und Polizei fiel die Wahl letztlich 2003 auf ein Gebäude mit bewegter Vergangenheit in der Kalker Taunusstraße.

Taunusstraße

Foto-056Nach vierjähriger Durststrecke war hier endlich wieder die nötige Szenenähe gegeben und die Besucherzahlen stiegen schnell an. Die zeitgleich stattfindende Szenezerschlagung an der Kalk Post tat ein Übriges, da sich die Konsumenten entlang der Taunusstrasse neue Treffpunkte suchten. Jedoch auch für dieses Domizil gab es einige Wermutstropfen – wie schon in der Aachener Straße. So war auch hier erneut der Vermieter nicht ideal. Die Miete war unangemessen hoch und das ehemalige Bistro in einem zum Teil erbärmlichen Zustand. Dennoch kam neuer Schwung in das Team und alle arbeiteten mit Feuereifer am Umbau und der Renovierung des Kontaktladens mit.

Weitaus dramatischer war der Widerstand der Anwohner, der sich schnell formierte. Die Folgen des Junkie Joggings (Verlagerung der Szene in das Wohngebiet Humboldt-Gremberg) wurden nicht den Verursachern, sondern dem Junkie Bund zugeschrieben. Unter der Führung des Bürgervereins und insbesondere seiner Vorsitzenden wurden nicht nur Proteste organisiert und öffentlich Stimmung gemacht; die Akteure schreckten auch nicht davor zurück, die Türschlösser zu verkleben und ähnliches.

Trotz wiederholter Gesprächsangebote kam jedoch nie ein wirklicher Dialog zwischen den Parteien zustande. Während der Kontaktladen wieder gut ausgelastet war, begleitete uns diese Auseinandersetzung über die gesamte Zeit in der Taunusstraße. Besonders hart traf den Verein Anfang 2006 die Nachricht von der Krebserkrankung seines Mitbegründers und Geschäftsführers Bernd Lemke. Im Oktober verstarb er an den Folgen dieser Erkrankung und wir mussten uns endgültig von ihm verabschieden. Dies bedeutete für alle das Ende einer Aera. Glücklicherweise fand sich mit Dr. Axel Hentschel schnell ein Mensch, der den Verein schon lange als solidarische Person begleitete, um die kommissarische Geschäftsführung zu übernehmen. Es war aber allen Beteiligten klar, dass die Geschäftsführung so schnell wie möglich wieder von jemandem übernommen werden sollte, der eine Drogenbiographie mitbringt. Mit Marco Jesse wurde dieser Anfang 2007 gefunden und es begann ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte.

Neuerburgstraße

P1020783Zwischenzeitlich war die Diskussion um den Standort so weit eskaliert, dass der Rat der Stadt eine Verlagerung beschlossen hatte und die Verwaltung mit der Suche nach einem geeigneten Objekt beauftragte. Die Suche zog sich über fast 1 ½ Jahre hin und endete schließlich in der Entscheidung, in der Kalker Neuerburgstraße einen Containerbau für den Verein zu errichten. Das gab uns die Chance, die zur Verfügung stehende Fläche nach unseren Bedürfnissen zu gestalten. Die lange gewünschte Dusche wurde ebenso berücksichtigt, wie eine behindertengerechte Ausstattung und Büros, in denen in ruhiger und angenehmer Atmosphäre beraten und gearbeitet werden kann. Als „Sahnehäubchen“ kommt das großzügige Außengelände dazu – fast 750 qm, die wir nach unseren eigenen Vorstellungen nutzen können.

Um Auseinandersetzungen wie in Humboldt-Gremberg zu vermeiden, fanden bereits im Vorfeld viele Gespräche mit Anwohnern und Vertretern der Bürgerschaft statt um über die Arbeit zu informieren und Ängste abzubauen.

Dieser Weg erwies sich als der Richtige. Seit Umzug in die Neuerburgstraße gehören Anwohnerproteste und –beschwerden der Vergangenheit an. Endlich können wieder alle Kapazitäten für die eigentlichen Aufgaben genutzt werden. Mit der zeitgleich zum Umzug erfolgten Namensänderung und neuen Angeboten, wie dem ambulant betreuten Wohnen, starteten wir in die Zukunft. Der für acht Jahre geschlossene Mietvertrag gibt uns die Chance, etwas längerfristig zu planen. Obwohl nicht in unmittelbarer Szenenähe, so ist der Standort doch ein guter Kompromiss. Die Besucherzahlen waren schnell wieder auf dem Niveau der Taunusstrasse und so sehen wir für den Standort Kalk positiv in die Zukunft.

An der Fuhr

P1070093Die aktuellste Entwicklung bildete die Eröffnung eines kleinen Kontakt- und Beratungsangebotes „An der Fuhr“ in Köln Meschenich. Mit dem berüchtigten „Kölnberg“ liegt die Anlaufstelle auch wieder mitten in einem sozialen Brennpunkt. Die Plattenbausiedlung am Rande Kölns war bisher, in Bezug auf die Versorgung von Drogenkonsumenten, isoliert. Die schlechte Verkehrsanbindung führt dazu, dass die Bewohner innerstädtische Beratungsstellen nicht nutzen. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand die Idee in einer kleinen Wohnung einen ersten Anlaufpunkt zur Verfügung zu stellen, an dem Spritzen getauscht werden können und wöchentlich ein gemeinsames Frühstück möglich ist. Zeitgleich wurde zur anonymen Versorgung mit Spritzen und Kanülen ein Automat installiert. Die auf zwei Jahre ausgerichtete Testphase nähert sich langsam dem Ende und bald gilt es, Bilanz zu ziehen. Schon jetzt lässt sich sagen, dass ein solches Angebot am Kölnberg unentbehrlich ist. Überdurchschnittlich viele der Besucher sind Frauen, die sich prostituieren und sich in einem schlechten Allgemeinzustand befinden.

Auch in dieser „Zweigstelle“ hat sich wieder gezeigt, dass die Kombination von Betroffenenkompetenz und Sozialarbeit erfolgreich ist. Die Besucher fühlen sich in den Räumen sehr wohl und so angenommen, wie sie sind, ohne Rechtfertigungsdruck, ohne Vorgaben und Bedingungen.

Vereinsgeschichte / Zeitleiste

1990

14. Mai 1990 Vereinsgründung
Juli 1990 Mitgliedschaft im JES-Netzwerk
13. August 1990 Eintrag ins Vereinsregister „Junkie Bund Köln e.V., Selbsthilfe für Drogengebraucher, Ex-User und Substituierte“
10. Oktober 1990 Gemeinnützigkeit beantragt und bewilligt

1992

Januar 1992 Miete von Büro- und Gruppenraum der AIDS-Hilfe Köln e.V., Beethovenstraße 1, 50674 Köln

1993

Mai 1993 Standgenehmigung für den Spritzentauschbus am Neumarkt (bis Ende 1994)

1994

1. Mai 1994 Anmietung und Bezug von Räumlichkeiten der ehemaligen Drogenberatungsstelle in der Berliner Straße 98-100 im rechtsrheinischen Köln-Mülheim für die Eröffnung des Kontaktladen-Projektes.

1999

Mai 1999 Umzug in die Räumlichkeiten der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln: In den Reihen 16, 51103 Köln

2002

15. März 2002 Mitgliedschaft im Paritätischen Wohlfahrtsverband
17. Mai 2002 Staatliche Anerkennung als Drogenberatungsstelle im Sinne von § 53 Abs. 1 Nr. 3 b der Strafprozessordnung und § 203 Abs. 1 Nr. 4 Strafgesetzbuch durch das Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen.

2003

30. Oktober 2003 Umzug in die Taunusstraße 12b, 51105 Köln

2006

8. Oktober 2006 Vereinsgründer und Geschäftsführer Bernd Lemke verstarb

2008

Juli – Sept. 2008 Errichtung der neuen Räumlichkeiten Neuerburgstr. 25, 51103 Köln
1. Oktober 2008 logo-350-1Namensänderung in „VISION e.V. – Verein für innovative Drogenselbsthilfe“

2009

Juli 2009 Neue Räumlichkeiten auf dem Kölnberg in Meschenich

2010

29. Mai 2010 Neuer Spritzenautomat am Deutzer Ring unter der Schirmherrschaft von VISION e.V.

2013

29. Mai 2010 Neuer Spritzenautomat vor unserer Anlaufstelle in Kalk ebenfalls unter unserer Schirmherrschaft

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Kategorienarchiv: Geschichte

10 Apr 2017

Neue Flyer der Arbeitsbereiche

Flyer Kontaktladen Kalk Junkie Bund Cafe       Flyer Kontaktladen Meschenich Am Kölnberg

Flyer Ambulant Betreutes Wohnen (BeWo)       Flyer Psychosoziale Begleitung (PSB)

Wir freuen uns, neu gestaltete Flyer der Arbeitsbereiche präsentieren zu können.

Gestalterisch sind sie angelehnt an den schon länger existierenden Flyer des Vereins, in dem der Farbcode für die einzelnen Bereiche bereits festgelegt wurde.

Flyer VISION e.V.

Flyer VISION e.V.

  Sep 2015

Festschrift 25 Jahre VISION e.V. (2015)

Festschrift-cover-webIn dieser Festschrift nimmt die historische Betrachtung der Arbeit des Vereins einen großen Stellenwert ein. Neben chronologischen Betrachtungen der Vereinshistorie kommen hier auch langjährige Besucher und Mitarbeiter zu Wort, die in Interviews ihre Erfahrungen mit der Entwicklung des Vereins im Laufe der Jahre schildern.

04 Feb 2015

Weiterer Spritzenautomat in Betrieb

10An der Olpener Str. 7 (Ecke Höhenberger Kirchweg) wurde am 1. Februar der dritte Spritzenautomat von VISION e.V. in Betrieb genommen.

Wenige Meter vor der Höhenberger Postfiliale findet sich damit künftig eine weitere Möglichkeit sich jederzeit und anonym mit allen notwendigen sterilen Konsummaterialien zu versorgen.

Seit einigen Monaten gehört zu dem vorgehaltenen Angebot neben den unterschiedlichsten Spritzen und Kanülen, Kondomen etc. auch spezielle (Alu-)Folie für den inhalativen Konsum.

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16 Jan 2013

Neuer Flyer

Flyer
Wir freuen uns, den ersten neu gestalteten Flyer präsentieren zu können. Wir haben uns viel Mühe gegeben, mit überarbeiteten Inhalten und neuem frischen Design unseren Verein übersichtlich vorzustellen.

Neben diesem „Haupt“-Flyer werden in naher Zukunft weitere Flyer folgen, in denen die einzelnen Arbeitsbereiche detailierter vorgestellt werden.

18 Aug 2011

„Es ist wichtig für mich, eine Aufgabe zu haben“

Für ihre Arbeit beim Drogenselbsthilfeverein „Vision“ bekommt Inge Klaumann den Ehrenamtspreis

Zum zwölften Mal wird am 25. September der Ehrenamtspreis „KölnEngagiert“ vergeben. In unserer neuen Serie stellen wir in loser Reihenfolge alle Preisträger vor.

Von KATHARINA HAMACHER

Über den schweren persönlichen Schicksalsschlag, der sie vor zwölf Jahren an die Nadel brachte, spricht Inge Klaumann nicht gern. Viel lieber betont die 55-Jährige, wie viel ihr die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein „Vision“ bedeutet. „Es ist sehr wichtig für mich, eine Aufgabe zu haben“, offenbart sie. Seitdem die Kontaktstelle des Drogenselbsthilfevereins in Meschenich vor zwei Jahren eröffnet hat, arbeitet sie dreimal wöchentlich im anonymen Hochhaus Nummer 3 am Kölnberg. Über eine Mitarbeiterin der Vereins-Außenstelle in Kalk kam der Kontakt vor zwei Jahren zustande. Für ihr Engagement wird Inge Klaumann am 25. September mit dem diesjährigen Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet.

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01 Okt 2010

Ankündigung zum Fachtag

20 Jahre akzeptierende Drogenselbsthilfe in Köln
Vom Junkie Bund Köln e.V. zu VISION e.V.

VISION e.V. kann in diesem Jahr bereits sein 20–jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Anlass veranstalten wir am Freitag, den 1. Oktober 2010 einen Fachtag.

Einzelheiten zum Programm und zu den Rednern entnehmen Sie bitte der folgenden PDF-Datei: Faltblatt zum Fachtag

Falls Sie Interesse haben, an dem Fachtag teilzunehmen und mit uns gemeinsame zu feiern, füllen Sie bitte die Anmeldung in dem Faltblatt aus und senden sie an uns per Fax oder auf dem Postweg zurück. Nach Erhalt der Anmeldung übersenden wir Ihnen eine Anmeldebestätigung zu.

22 Jun 2010

Neuer Spritzenautomat

Wir werden zum Betreiber des 10. Spritzenautomaten in Köln

Nach langem Vorlauf konnte jetzt der zehnte Kölner Spritzenautomat in Betrieb genommen werden. Wir freuen uns darüber, dass nun auch der Stadtteil Humboldt Gremberg wieder mit einer 24 Std. Möglichkeit der anonymen Versorgung mit sterilen Spritzen versehen ist.

Nach dem Umzug des Junkie Bund Köln von Humboldt Gremberg nach Kalk war ein Teil der Gremberger Drogengebraucher von der Versorgung mit sterilen Spritzen abgeschnitten. Dies ist künftig nicht mehr der Fall. Besonders Stolz sind wir darauf die erste Selbsthilfe Gruppe zu sein, die durch die Bereitstellung eines Automaten eine solche Möglichkeit anbietet.

11 Sep 2009

JES Bundesverband der Junkies/Ehemaligen/Substituierten e.V. in Köln gegründet

Beim Jahrestreffen 2009 im Rahmen des Berliner Fachtags „20 Jahre JES“ wurde der JES-Sprecherrat beauftragt, dem Netzwerk eine Rechtsform zu geben, also einen eingetragenen gemeinnützigen Verein zu gründen. Dieser Schritt ist nun vollzogen:

Am 11.09.2009 ist in Köln die Gründungsveranstaltung von JES – Bundesverband der Junkies, Substituierten und Ehemaligen, kurz JES abgehalten worden.
In den Vorstand des Vereins sind die aktuellen Bundessprecher Claudia Schieren, Marco Jesse und Jochen Lenz gewählt worden. Weiter gehören dem Vorstand Katrin Heinze und Mathias Häde an, die aktuellen Schienenkoordinatoren des bisher als Netzwerks organisierten Bundesverbands.

25 Jun 2009

Fachtagung „20 Jahre JES-Netzwerk“

Celia-Bernecker-Preis für VISION e.V.

Für viele Anwesenden völlig überraschend, trat Dirk Schäffer vor die Versammelten und verkündete die Verleihung des Celia-Bernecker-Preises an den Verein „VISION e.V.“, ehemals Junkie Bund Köln. In der Laudatio ging Dirk Schäffer auf die Geschichte und die Entwicklung des Junkie Bund Köln ein und hob die besonderen Verdienste von Bernd Lemke, der am 6. Oktober 2006 verstorbene langjährige Geschäftsführer des JBK hervor.

Bei allen Verdiensten einzelner Personen und Persönlichkeiten in Köln sowie im bundesweiten Netzwerk stellte Dirk Schäffer die besondere Relevanz von funktionierenden Teams heraus. Dieser Teamgedanke bildet die Basis und ist die Grundlage für die Entwicklung des Erfolgs von VISION e.V.

Mit der Auswahl des Preisträgers der Celia-Bernecker-Medaille am Abend des ersten Tages zeigte der JES-Sprecherrat ein überaus gutes Gespür.

Mit VISION e.V. erhielt in der 15-jährigen Geschichte dieses Preises erst zum zweiten Mal eine JES-Gruppe diese höchste Auszeichnung des bundesweiten JES-Netzwerks.

  Jun 2009

Erste Kölner KISS Gruppe in Vorbereitung

KISS steht für „Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum“. Es handelt sich hierbei um ein neu entwickeltes verhaltenstherapeutisches Selbstmanagementprogramm („Behavioral Self-Control Training“) zur gezielten Reduktion des Konsums legaler und illegaler Drogen (vlg. Körkel & GK Quest, 2005).

KISS richtet sich an Drogengebrauchende Menschen -auch Substituierte- die nicht oder noch nicht abstinent leben können und/oder wollen, sich aber mit ihrem Drogenkonsum nicht mehr wohlfühlen und etwas daran ändern wollen.

KISS verändert den Blick. Drogenkonsumenten erfahren sich nicht mehr als hilflos, defizitär und fremdbestimmt, sondern als selbständig zielsetzende, entscheidende und handelnde Personen. MitarbeiterInnen der Drogenhilfe erleben sich nicht als Druck ausübende ÜberredungskünstlerInnen, sondern als wertschätzende und achtsame GesprächsleiterInnen und BegleiterInnen des Veränderungsprozesses.

Alle Drogengebraucher die an der Teilnahme an diesem Angebot interessiert sind, können sich ab sofort zur Terminvereinbarung mit uns in Verbindung setzen.

KISS Interessierte

KISS Flyer

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29 Mai 2009

Gesetzesänderung zur Heroinbehandlung beschlossen

Es ist geschafft! Mit deutlicher Mehrheit hat der deutsche Bundestag gestern einer Änderung des Betäubungsmittelgesetzes zugestimmt.

Die Forderung vom JES Netzwerk, AIDS Hilfen und vielen anderen, der Behandlung mit Heroin eine gesetzliche Grundlage zu geben, ist damit endlich erfüllt worden. Heroin als Medikament wird ins Regelsystem der gesundheitlichen Versorgung überführt. Dies geschieht dann allerdings unter engen, im Betäubungsmittelgesetz geregelten Erlaubnisvoraussetzungen, was eine sinnvolle medizinische Nutzung von Heroin in einem breiteren Rahmen weiterhin blockieren wird.

Dennoch ist dieser Schritt zu begrüßen und unser Dank gilt allen Abgeordneten, die ihrem Gewissen folgten und mit ihrem Abstimmungsverhalten Menschenleben retten. Das lobenswerte Durchhaltevermögen der Kommunen wie beispielsweise der Stadt Köln, die trotz der fehlenden Finanzmittel vom Bund bis zuletzt an diesem innovativen Behandlungsansatz festgehalten haben, hat sich öletztlich bezahlt gemacht.

Nun gilt es den nächsten Schritt zu tun und Diamorphin als Medikament für alle die es benötigen zugänglich zu machen.

06 Feb 2009

Liebe Eltern und Angehörige

Liebe Eltern und Angehörige von Drogenkonsumenten und Drogenkonsumentinnen!

Wenn…

  • Ihr verzweifelt seid, weil Eure Söhne oder Töchter, Eure Partner oder Partnerinnen, Eure Geschwister oder Freunde illegale Drogen konsumieren,
  • ihr nicht wisst, was Ihr tun sollt, um Eurem Angehörigen zu helfen,
  • Ihr Informationen zur Behandlung von Suchterkrankungen braucht,
  • Ihr in einem persönlichen Gespräch über Eure Sorgen und Ängste wegen der familiären Drogenprobleme sprechen wollt,
  • Eure familiäre oder partnerschaftliche Beziehung wegen des Drogenproblems zu zerbrechen droht,
  • Eure eigene Kraft am Ende ist und Ihr selbst Hilfe, Beratung und Zuwendung braucht,

Dann…

… möchten wir Euch helfen und zur Seite stehen:

In unseren Räumen bieten wir seit Februar 2009
jeden Freitag von 12:00 bis 16:00 Uhr
Gespräche, Beratung und Informationen an.

18 Nov 2008

Baum im Gedenken an Bernd Lemke gepflanzt

im Gedenken an Bernd LemkeAm Abend der Einweihungsfeier pflanzten wir, im Andenken an Bernd Lemke, der 2006 verstarb, einen Kirschbaum.

Der „Vater“ des Kölner Junkie Bund und langjährige Aktivist des bundesweiten JES Netzwerks (Junkies/Ehemalige/Substituierte) hat damit auch sichtbar den Platz besetzt, den er als Mensch und Ideengeber immer bei VISION haben wird.

Künftig kann an diesem Ort den Drogengebrauchern gedacht werden, die an den Folgen eines von Ausgrenzung, Stigmatisierung und Repression geprägten Lebens versterben. VISION und seine Mitarbeiter werden, auch in der Verpflichtung diesen Menschen gegenüber, weiterhin ein grundsätzliches Umdenken in der deutschen Drogenpolitik einfordern und an der Umsetzung eines bedarfsgerechten Drogenhilfeangebots mitarbeiten. Weiterlesen »

18 Nov 2008

Redebeitrag zu Einweihung und Namensänderung

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Scho-Antwerpes,
sehr geehrte Frau Beigeordnete Bredehorst,
liebe Besucherinnen und Besucher
Ich freue mich über ihr zahlreiches Erscheine und das große Interesse an unserer Arbeit und den neuen Räumen für die Kontakt- und Anlaufstelle von VISION e.V.
Mit dem heutigen Abend möchten wir die Beratungsstelle offiziell einweihen und uns bei allen bedanken, deren Unterstützung es uns ermöglicht hat in so schönen Räumen unsere Arbeit fortzuführen.

Besonderer Dank geht an dabei an Sie Frau Scho-Antwerpes, liebe Elfi, an Frau Bredehorst und an den Rat der Stadt Köln. Ohne das zur Verfügung stellen der nötigen Finanzmittel hätte das Projekt „Neubau einer Anlaufstelle“ nicht gelingen können. Bedanken will ich mich aber auch beim Gesundheitsamt, Dr. Leidel, Dr. Berger und Frau Schmeißer mit denen gemeinsam ein geeignetes Gelände gesucht und gefunden wurde und bei den Wohnversorgungsbetrieben Herr Schleicher, Frau Cremer und Herrn May um nur einige zu nennen ohne die das Projekt nicht hätte geplant und umgesetzt werden können.

Mindestens genauso wichtig war aber auch die ideelle Unterstützung unserer Arbeit durch die Bezirksverwaltung, den Bürgerverein, die Bürgerstiftung KalkGestalten, die Standortinitiative und viele mehr. Weiterlesen »

18 Nov 2008

Einweihungsfeier

Am 18. November möchten wir unseren Unterstützern aus Politik und Verwaltung unserem Kollegen, Freunden und Nachbarn die neuen Räume in der Neuerburgstrasse 25 präsentieren.

Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit, um die mit dem Umzug in Kraft getretene Änderung des Vereinsnamens von Junkie Bund zu „VISION e.V. – Verein für innovative Drogenselbsthilfe“ zu feiern.

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