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Newsletter der VISIONäre - August 2019

Termine

Overdose Awareness Day

Am 31.8. gedenken Freunde, Angehörige und Selbsthilfeorganisationen der Opfer von Überdosierungen. Ihre Botschaft: Viele Drogentodesfälle lassen sich vermeiden. Die Mittel sind bekannt – was fehlt, ist der politische Wille.

Seit 2001 ist der 31. August all jenen Menschen gewidmet, die durch eine Überdosis ihr Leben verloren oder schwere Schäden erlitten. Der International Overdose Awareness Day, von der Managerin eines Spritzentauschprogramms der Heilsarmee in Melbourne ins Leben gerufen, soll aber zugleich auch die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit einer besseren Prävention sensibilisieren.

Die Mittel, um Drogentodesfälle zu vermeiden, sind bekannt, häufig fehlt es aber an der Unterstützung der Politik und auch des Gesundheitssystems...

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Outdoor Kunst-Vernissage und Notfall-Workshop am 30.8.

Die Kölner Künstlerin Niko Es arbeitet in Kooperation mit VISION e.V. an einem Kunstprojekt mit und für Drogengebraucher*innen, Obdachlose oder für Menschen mit ähnlichem Background.

Niko Es: „mit dem Kunstworkshop zum Thema 'Memento Mori' biete ich den Besucher*innen von VISION e.V. seit Anfang Januar wöchentlich die Möglichkeit, gemeinsam Themen zu erarbeiten und künstlerisch umzusetzen. Hierbei spielen für mich Konsument*innen und ihre Erfahrungswerte eine ganz entscheidende Rolle. Menschen in schwierigen, prekären Lebenslagen, Menschen die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden mit Akzeptanz zu begegnen, ist für mich ebenso wie für VISION e.V. eine relevante Forderung an die Gesellschaft.

Kunst-Vernissage von 10:00 bis 14:00 Uhr

Mit dem Kunstworkshop hat Niko Es die Gelegenheit geboten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Diese Ergebnisse werden am 30.08.2019 in einer Outdoor Vernissage präsentiert. Im Rahmen der Veranstaltung können die Objekte weiter bearbeitet werden. Der Titel „Memento Mori - sei erinnert, du stirbst“ – soll auch Bezug nehmen auf den „Internationalen Overdose Awareness Day“, der auf die vielen, vielen Überdosierungen aufmerksam macht, die nach wie vor Drogen konsumierende Menschen betreffen.

Notfall-Parcours von 10:00 bis 12:30 Uhr

Am 30. August wollen wir uns auch auf andere Art und Weise mit dem Thema Überdosierung  und Drogennotfall beschäftigen. Es wird einen kleinen Parcours mit einigen Stationen geben, an denen Notfallhilfe wie folgt trainiert werden kann,

• stabile Seitenlage

• was tun im Notfall?

• Beatmung und Herzmassage

• Einsatz von Naloxon

VISION e.V. und Niko Es laden ein und freuen sich über zahlreiche Besucher*innen und Interessent*innen. Es wird für das leibliche Wohl gesorgt und kalte Getränke stehen ausreichend zur Verfügung.

Veranstaltungsort: VISION e.V., Neuerburgstr. 25, 51103 Köln

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Rückblick

Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Fotos vom Gedenktag

Wie schon im Vorjahr fand der von VISION e.V. organisierte Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen öffentlichkeitswirksam auf dem Rudolfplatz in Köln statt. Erneut nahmen verschiedenste Vertreter des Kölner Drogenhilfesystems, der Selbsthilfe, der Stadt und der Aidshilfen teil. Zusammen schafften wir es trotz mehrerer Regenschauer den Tag zu einer den Umständen angemessenen Veranstaltung zu formen.

Da der 21.7. dieses Jahr auf einen Sonntag fiel, entschlossen wir uns, die Veranstaltung um einen Tag vorzuverlegen, um so noch mehr Leute zu erreichen und das Thema Drogengebrauch und den unnötigen Tod vieler Drogengebraucher*innen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Des Weiteren wurde neben den sonst üblichen Ankündigungen über Poster, Rundmails, Presseerklärungen usw. zusätzlich ein kurzer Videospot erstellt, der im Vorfeld an zwei Tagen auf den Infoscreens in den Kölner S-Bahnstationen ausgestrahlt wurde.

Der symbolischen Sarg, der uns schon seit vielen Jahren zu den Gedenktagen begleitete, hatte in diesem Jahr ausgedient und wurde durch ein Holzkreuz ersetzt, welches mit 71 Paar Schuhen den Mittelpunkt des Veranstaltungsortes darstellte. Die 71 eingebrannten Kerben verbunden mit dem Text „Was bleibt?!“ machte das Thema in sehr bewegender und eindrücklicher Form sichtbar. Ein Paar Schuhe stand dabei für jede*n im letzten Jahr in Köln verstorbenen Drogengebraucher*in.

Diese aussagekräftige Installation erwies sich als sehr gute Wahl, denn viele der Besucher blieben lange vor ihr stehen, fragten nach der Bedeutung, diskutierten und trauerten. Natürlich gab es auch in diesem Jahr die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen, um so den Verlust einer oder eines Verstorbenen Ausdruck zu verleihen und Anteilnahme zu bekunden. Ebenfalls bestand wieder die Möglichkeit, Schiefertafeln zum Gedenken zu beschriften, welche nach der Veranstaltung an der zentralen Kölner Gedenkstätte auf unserem Gelände in Kalk platziert wurden. Zur Veranschaulichung hing hinter der Bühne ein 6x2m großes Stoffbanner mit einem Foto der Gedenkstätte.

Im Gegensatz zum Vorjahr entschloss man sich diesmal, alle kulinarischen Köstlichkeiten zu verschenken. So kamen die Besucher in den Genuss von Kaffee, Kuchen, kühlen Getränken und zwei verschiedenen Chilis, ohne dass jemand dafür bezahlen musste.

Daniel Sänger

Nach einer kurzen Begrüßung durch den in diesem Jahr erstmals eingesetzten Moderator Rolf Emmerich (Veranstalter des Sommerblutfestivals) und Marco Jesse, folgte eine perfekte stimmungsvolle musikalische Eröffnung durch den Singer- und Songwriter Daniel Sänger (Mitarbeiter von der Notel Notschlafstelle).

Elfi Scho-Antwerpes

Im Anschluss folgte mit der Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes der erste Redebeitrag des Tages. In einem emotionalen Vortrag erinnerte sie mehrfach an die verstorbenen Drogengebraucher*innen und lobte die neue Installation der Schuhe und des Kreuzes.

Sie sprach ebenfalls an, dass es ein Umdenken beim Umgang mit Naloxon im privaten Bereich geben sollte, um im Falle einer Überdosierung potentiellen Ersthelfern eine bessere Möglichkeit zu geben effektiv Hilfe zu leisten. Auch die kommenden Konsumräume an den Brennpunkten in Köln waren Thema in ihrem Beitrag, welche sie als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete, um den Betroffenen einen Konsum in einem hygienischen und medizinisch überwachten Umfeld zu gewährleisten.

VISIONs don’t lie (Part 1)

Aufgrund einer kurzfristigen Absage bestand beim zweiten musikalischen Akt Improvisationstalent. Kurzerhand sprangen, die für den Abschluss geplanten VISIONS DON´T LIE ein und begeisterten das Publikum mit einigen Coverversionen sowie selbst komponierten Stücken. Die Besonderheit beim Auftritt stellt die Tatsache dar, dass die einzelnen Musiker sich erst vier Wochen vor der Veranstaltung zusammengefunden haben.

Moderierte Talkrunde

Im Anschluss folgte mit einer moderierten Talkrunde eine weitere Neuheit in diesem Jahr. In einem anregendem Gespräch kamen sowohl Mitarbeiter der teilnehmenden Träger, sowie Besucher zu Wort, die die Möglichkeit hatten, sich zu verschiedenen Fragestellungen zu äußern.

Drugland Theater

Einen weiteren emotionalen Höhepunkt stellte die musikalisch unterlegte Aufführung eines Theaterstückes aus der Reihe Drugland dar. Die Szene schilderte das Schicksal einer Darstellerin des aktuellen Stücks „Das Mädchen ohne Hände“, welches sehr zum Nachdenken anregte. Auch die eine oder andere Träne wurde hier verdrückt.

Gedenkrede und Gedenkaktionen

Der Bestatter und Pastor im Ehrenamt Andreas Hübner übernahm auch in diesem Jahr die Aufgabe, die Gedenkaktion angemessen zu begleiten. Erneut verstand er es hervorragend, das Thema zu erörtern und zu jedem Moment die richtigen Worte zu finden. In der anschließenden Zeremonie wurden 71 Fackeln und schwarze Luftballons an die Besucher verteilt. Anschließend wurden zu der musikalischen Untermalung von Pink Floyd die Fackeln entzündet und die Luftballons gemeinsam in den Kölner Himmel entlassen. Zweifelsohne der emotionale Höhepunkt des Gedenktages.

VISIONs don’t lie (Part 2)

Es folgte der zweite Auftritt der VISION eigenen Hausband VISIONS DON`T LIE. Erneut verstanden es Torsten Zelgert (Toto), Anibal Pelazas (Ani) und Johannes van Strien (Hans) mit ihrem Mix aus Blues, Rock und Reggae dass anwesende Publikum mitzureißen und sogar zum Tanzen zu animieren. Für einen Song stieß unsere Mitarbeiterin Sukia Lawalata zum Trio hinzu und bereicherte die Darbietung um eine gefühlvolle weibliche Stimme. Nach einer sehr emotionalen Veranstaltung stellten die heiteren und aufmunternden Lieder einen gelungenen Abschluss der diesjährigen Veranstaltung dar, welcher jeden Besucher mit einem kleinen Lächeln im Gesicht nach Hause schickte.

Videos und Fotos

Playlist mit allen Videos vom Gedenktag auf Youtube: http://bit.ly/2ZLwnWxx

Fotos vom Gedenktag

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