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„Dille 27“
Nach monatelangen Verzögerungen ist der Drogenkonsumraum in Kalk eröffnet worden. Während Unterstützer auf Entlastung hoffen, gibt es aus einem Viertel deutliche Warnungen.
In Köln-Kalk hat seit Dienstag der neue Drogenkonsumraum „Dille 27“ geöffnet. Die Einrichtung soll drogenabhängigen Menschen einen geschützten Ort für den Konsum bieten und gleichzeitig den offenen Drogenkonsum im öffentlichen Raum verringern. Betrieben wird der Konsumraum vom Selbsthilfeverein Vision. Die Stadt sieht darin einen wichtigen Baustein ihrer Drogenhilfe.
Usprünglich, war die Eröffnung deutlich früher geplant. Verzögerungen bei Genehmigungen hatten den Start hinausgezögert. Nun sollen in der Einrichtung zunächst Konsumplätze sowie sozialpädagogische Betreuung angeboten werden. Perspektivisch ist ein umfassenderes Suchthilfezentrum geplant.
Drogenkonsumraum in Kalk: Nachbarschaftsbündnis begrüßt Eröffnung
Unterstützung bekommt das Projekt vom Nachbarschaftsbündnis „Südi bleibt solidarisch“. Das Bündnis begrüßt die Eröffnung ausdrücklich und bezeichnet den Ausbau der Hilfen für Drogenkranke als „genau den richtigen Weg“. Man hoffe, dadurch den offenen Konsum in der Stadt zu reduzieren.
Besonders positiv bewertet das Bündnis, dass der Verein Vision den Betrieb übernimmt. „Als Selbsthilfeverein wissen die Mitglieder des Vereins am besten, was Betroffene brauchen und wie ihnen geholfen werden kann“, wird Sebastian Endres zitiert.
Zugleich kritisiert „Südi bleibt solidarisch“ die Stadt Köln wegen der langen Verzögerungen bei der Betriebserlaubnis. Solche Probleme dürften sich bei künftigen Projekten nicht wiederholen – etwa beim geplanten Suchthilfezentrum am Perlengraben.
Das Bündnis verweist außerdem auf die zunehmenden Probleme rund um die offene Drogenszene in Köln. Die bestehenden linksrheinischen Hilfsangebote seien überlastet und nicht ausreichend auf den steigenden Crackkonsum vorbereitet. Dadurch würden viele Betroffene lediglich von einem Ort zum nächsten verdrängt – etwa vom Friesenplatz oder aus dem Belgischen Viertel.
Deutlich kritischer äußert sich dagegen die Interessengemeinschaft Pantaleonsviertel. Zwar begrüße man grundsätzlich zusätzliche Hilfsangebote, die Eröffnung zeige aber auch, „wie langsam und schwerfällig die Stadt Köln bei der Umsetzung politisch beschlossener Maßnahmen agiert“.
Der Vorsitzende Andreas Zittlau bezeichnete den neuen Konsumraum als längst überfällige Maßnahme angesichts der „massiven Crackdynamik“ in Köln. Gleichzeitig äußert die IG erhebliche Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit sogenanntem Mikrohandel rund um solche Einrichtungen. Es fehle weiterhin an klaren Antworten, wie mit geduldetem Drogenhandel im Umfeld umgegangen werden solle.
Besonders kritisch sieht die IG deshalb die Pläne für ein weiteres Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel. Dort befürchtet man negative Auswirkungen auf das dicht besiedelte Wohnumfeld.