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Streetwork

Seit Mai 2009 bietet unser Verein auch wieder aufsuchende Arbeit auf den Kölner Drogenszenen an. Unsere Streetworker betreuen Drogengebraucher, Substituierte und obdachlose Abhängige, die von anderen Hilfeangeboten nicht oder nur unzureichend erreicht werden. Ihnen fehlt es häufig an einer alternativen und sinnvollen Tagesstruktur. So halten sie sich täglich an den typischen Szenetreffs, in Parkanlagen, U-Bahnstationen und auf öffentlichen Plätzen und Fußgängerzonen auf. Aber auch im Umfeld von Substitutionsambulanzen bilden sich oft Gruppen, die sich nach den Vergabezeiten zusammen finden um sich gemeinsam die Zeit zu vertreiben.

Die Kontakte, die sich im ersten Jahr ergaben, haben sich zu einem kontinuierlichen und teilweise fast freundschaftlichen Umgang entwickelt. Die Knüpfung eines solchen Kontaktes kann im Idealfall der Vorlauf für weiterführende Hilfs- und Unterstützungsangebote unserer oder anderer Einrichtungen sein. Wir bieten den angetroffenen Personen Unterstützung an, die wie folgt aussehen kann:

  • Beratung bei privaten Problemen
  • Bereitstellung von Adressen der Notschlafstellen
  • Bereitstellung von Adressen von Ämtern
  • Vermittlung von Substitutions- und ggfs. PSB – Plätzen
  • Bereitstellung von Kontaktadressen für Ambulant Betreutes Wohnen
  • einfach ein offenes Ohr haben.

Im Rahmen des Streetwork werden zudem Kondome und sterile Spritzen und Kanülen herausgegeben. Dieses Angebot dient vorrangig dem Kontaktaufbau und der Gesundheitsprophylaxe. Die Informationen, die wir weitergeben, verhindern zudem die weitere Verbreitung von Hepatitis C und HIViren und sollen motivieren, mit gebrauchten Utensilien verantwortungsbewusst umzugehen.

Die offene Szene dient dem Gros der Drogenkonsumenten auch als informelles Netz. Viele unserer Botschaften sind von lebenswichtigem Interesse und werden sofort weiter transportiert. Im Jahr 2011 haben wir z.B. frühzeitig vor dem lebensbedrohlichen Codeingemisch aus Russland warnen können. Das sogenannte “KROK“ wird aus Benzin, Farbverdünner, Säure und Phosphor und als Wirkstoff Codein gemischt. So verunreinigt gilt es als billiger Heroinersatz und kann schon beim ersten Gebrauch zu irreparablen Gewebeschäden führen. Diese Infos haben sich schnell herumgesprochen und somit konnte einer Verbreitung in Köln entgegengewirkt werden. Es wurde „lediglich“ ein Fall in Köln bekannt.

Die Arbeit unserer Mitarbeiter in der Kölner Drogenszene ist aber bei weitem nicht immer leicht. Manchmal muss es einfach akzeptiert werden, dass einige Personen aktuell keine Unterstützung annehmen können und/oder wollen. Die daraus resultierende Eskalation der Situation hilflos beobachten zu müssen, fällt schwer. Es gibt aber sehr viel positive Resonanz, was zu einer gesteigerten Motivation führt und unsere Streetworker weiterhin immer aufs Neue versuchen lässt, „alles möglich zu machen“.

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