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Kategorienarchiv: Archiv

05 Jul 2012

Dritter Fall von Milzbrand bei einem intravenösen Drogengebraucher in Berlin

Ein Dritter berichteter Milzbrand-Verdachtsfall bei einer Person mit i.v.-Heroinkonsum ist nun laborbestätigt. Diesmal erreichte uns die Meldung aus Berlin. Damit gibt es seit Anfang Juni 3 bestätigte Fälle von Milzbrand bei Heroinkonsumenten in verschiedenen Bundesländern.

Der dritte Fall stellte sich am 17.6.12 mit Symptomen von Hautmilzbrand (Nekrose, Eschar im Bereich der Einstichstelle, massive Schwellung, Rötung, Thrombose) ärztlich vor. Der Symptombeginn war am 09.06.2012. Die Symptome besserten sich unter antibiotischer Therapie.

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass sich der Patient aus dem Berliner Fall in Bayern aufgehalten oder Heroin aus Bayern konsumiert hat. Daher liegt die Vermutung nahe, dass kontaminiertes Heroin über die Region Regensburg hinaus in Deutschland im Umlauf ist.

Die Tatsache, dass die B. anthracis-Stämme, die bei den zwei 2012 aufgetretenen bayerischen Milzbrandfällen isoliert wurden, identisch bzw. zumindest sehr eng verwandt sind mit den Stämmen der deutschen und britischen Fälle aus den Jahren 2009/2010, legt nahe, dass es sich um dieselbe Infektionsquelle handeln könnte.

Nähere Informationen finden sich unter:

http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Anthrax/aktuell.html
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Anthrax/Anthrax.html?cms_lv2=2398700&cms_box=1&cms_current=Milzbrand

Ansprechpartnerin am RKI ist Frau Dr. Bernard (BernardH@rki.de, Tel. 030 18754 3173).

Bei Fragen zur Diagnostik steht Herr PD Dr. Grunow vom Zentrum für Biologische Sicherheit (ZBS) 2 am RKI zur Verfügung (GrunowR@rki.de, Tel. 030 18754 2100).

21 Jun 2012

MILZBRANDWARNUNG

Erneuter Milzbrandfall bei einem Heroinkonsumenten

Nachdem dem Robert Koch-Institut aus Bayern ein Todesfall durch Milzbrand (Anthrax) bei einem i.v.-Drogenkonsumenten übermittelt wurde ist nun ein zweiter Todesfall aus dem Raum Bayern zu vermelden.

Im ersten Fall hatte sich der Mann aus dem Raum Regensburg am 05.06.2012 wegen einer infizierten Injektionsstelle ärztlich vorgestellt und eine noch am selben Tag tödlich verlaufende Blutvergiftung entwickelt. Als Ursache wurde der Milzbranderreger Bacillus anthracis nachgewiesen. Zum zweiten Fall liegen noch keine weiteren Informationen vor.

Es wird ein Zusammenhang mit dem Gebrauch von mit Milzbrandsporen verunreinigtem Heroin vermutet. Bereits 2009/2010 war es in Deutschland und dem Vereinigten Königreich zu einer Häufung von Milzbrand bei i.v.-Drogenkonsumenten gekommen. Auch damals wurde als Infektionsquelle mit Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin vermutet.

Es ist nicht auszuschließen, dass aktuell erneut Heroin oder eine andere Substanz in Umlauf ist, die mit Milzbrand- erregern verunreinigt ist! Ggfs. könnte auch in NRW verunreinigtes Heroin im Umlauf sein. Weiterlesen »

10 Mai 2012

Ungeschickt, unverhältnismäßig, unverschämt!

Zur Großrazzia der Polizei im Drogenhilfezentrum „Café Balance“ in Mainz erklärt der Vorstand von akzept e.V. – Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik:

„Wir verurteilen das unangemessene, weil völlig unverhältnismäßige Vorgehen der Polizei und die staatsanwaltschaftliche Ermittlungsorientierung in Mainz aufs Schärfste.“, erklärt akzept Vorsitzender Prof. Heino Stöver. Die Staatanwaltschaft stelle durch die Razzia alle MitarbeiterInnen in niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtungen unter einen Generalverdacht.

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23 Mrz 2012

MBMW jetzt auch auf YouTube

Das Gemeinschaftprojekt führender europäischer Usergruppen „Meine Behandlung Meine Wahl“? mit dem Ziel, Informationen zu Opioidabhängigkeit und den (in Europa) zur Behandlung zur Verfügung stehenden Optionen bereitzustellen, ist jetzt auch auf YouTube vertreten.

http://www.youtube.com/user/mytreatmentmychoice

Leider ist es bisher jedoch lediglich in der englischen Fassung zu finden. Eine erweiterung ist aber in Planung. Hier werden schon jetzt vier Videos mit Erfahrungsberichten zum Thema bereitgestellt. Weitere filmische Beiträge werden folgen.

Die zugehörige Website findet sich nach wie vor unter

http://www.meinebehandlungmeinewahl.eu/

auch in deutscher Sprache.

19 Mrz 2012

Unterstützt Guatemalas Präsidenten – Allianz zur Drogenlegalisierung in Mittelamerika!!!

Unsere und eure Unterstützung ist gefragt- bereits mehr als 8000 Unterstützer

Initiative zur gegen Drogenkrieg und Gewalt aus Mittekamerika

Am Samstag den 11. Februar, nach Gesprächen mit kolumbianischen Präsidenten Santos, erklärte Guatemalas Präsident Otto Pérez Molina, dass er einen Vorschlag zur Drogenlegalisierung in Mittelamerika für das am  14-15 April stattfindende „Summit of the Americas“ präsentieren wird. Guatemalas Vizepräsident Roxana Baldetti befindet sich gerade auf einer Art Werbetour durch verschiedene Länder Mittelamerika um den Vorschlag mit weiteren Staatsoberhäuptern aus Mittelamerika (Mexico, Honduras, Costa Rica, Panama) zu diskutieren.

Präsident Molinas Initiative ist beispiellos. Das erste Mal seit der Einführung des War on Drugs im Jahr 1971, ist es das Ziel eine Allianz in Mittel- und Südamerika gegen die von den vereinigten Staaten geführte Politik der Prohibition aufzustellen. Guatemala gehört zur Transitroute für Drogen von Kolumbien in die USA. In den letzten Jahren ist es in vielen Ländern Mittelamerikas wie z.B Mexico und Guatemala zu einer dramatischen Ausweitung des Drogenkrieges gekommen, die vielen Menschen das Leben gekostet hat und ganze Landstriche verarmt zurückgelassen hat.

Otto Perez Molina hat damit eine Kampagne ins Leben gerufen, diejede Unterstützung verdient! Auch wir von VISION e.V. wollen diese Kampagne unterstützen. Nur mit einer Allianz vieler Länder und Menschen kann Druck auf die Vereinigten Staaten und ihre Prohibitionspolitik ausgeübt werden.

Bitte unterstützt diese Petition unter:

05 Mrz 2012

„Woodstock“ ein Altersheim für Junkies

Unter dem Namen „Woodstock“ hat in Den Haag ein Altersheim für Junkies eröffnet. Ziel ist es unter anderem gesundheitlich angegriffenen Drogengebrauchern eine angemessene und bedarfsgerechte Wohnmöglichkeit zugänglich zu machen. Aber auch die (Beschaffungs-)Kriminalität einzudämmen wird als Zielsetzung benannt.

Das niederländische „Woodstock“ nimmt Menschen auf, die über 45 Jahre alt sind und keine oder wenig Hoffnung mehr haben, ihre Abhängigkeit in den Griff zu bekommen oder die ihren Konsum z.Zt. nicht einstellen wollen. In ihrem neuen Zuhause werden ihnen neben Mahlzeiten und allem Lebensnotwendigen auch die Ersatzdroge Methadon geboten – in der Hoffnung, dass sie künftig ein Leben abseits der Kriminalität führen.

Das Video berichtet über das Altersheim für Junkies.

\“Woodstock\“

06 Feb 2012

Meine Behandlung Meine Wahl

„Meine Behandlung Meine Wahl“ ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen führenden europäischen Usergruppen mit dem Ziel, hochwertige Informationen zu Opioidabhängigkeit und den in Europa zu ihrer Behandlung zur Verfügung stehenden Optionen bereitzustellen.

JES zeichnet für die deutsche Seite verantwortlich. Alle Mitwirkenden haben sich große Mühe gegeben, umfassende und verständliche Informationen rund um das Thema zusammen zu stellen. Ihr findet auf der Seite zudem eine Menge Erfahrungsberichte und vieles mehr.

Schaut mal rein!

Link:
http://www.meinebehandlungmeinewahl.eu/

11 Nov 2011

Baden-Württemberg ermöglicht Diamorphinvergabe in Haft

VISION begrüßt ausdrücklich die Initiative Baden-Württembergs zur Ermöglichung einer Diamorphin-(Heroin-)Vergabe im Strafvollzug. Damit ist der erste Schritt getan zur Umsetzung des Prinzips der Gleichbehandlung von Inhaftierten mit Drogenabhängigen ausserhalb der Haftanstalten.

Baden-Württemberg hat seine Verwaltungsvorschrift zur Substitution im Justizvollzug erneuert, seit dem 15.07.2011 ist nun auch die Diamorphinvergabe in Haft möglich. Weiterlesen »

12 Okt 2011

Warnhinweis: Krok im Umlauf

Mit Krok gestrecktes Heroin im Umlauf!

In Köln Meschenich (Kölnberg) sind die ersten (Verdachts-)Fälle bekannt geworden.

Um die Einstichstellen entstehen Infektionen, die die Haut absterben lassen. Grüne Verfärbungen sowie wunde, schuppige und schorfige Stellen entstehen am ganzen Körper. Daher kommt auch der Name der Droge. Der giftige Cocktail greift auch das Knochengewebe an und frisst den Konsumenten von innen auf. Ganze Körperteile verfaulen so nach und nach. Oftmals sind Amputationen nicht zu verhindern.

Das mit Krokodil (Krok) gestreckte Heroin ist weder geschmacklich, noch optisch unterscheidbar vom üblichen Heroin. Es gibt mündliche Aussagen, dass das gestreckte Heroin manchmal erkennbar ist, wenn man es auf Alufolie erhitzt und es aufschäumt. Doch bedenkt, dass dieses Aufschäumen kein Beweis, sondern vielmehr ein Indiz ist. Auch, wenn es nicht aufschäumt, kann es mit Krok gestreckt sein.

Falls Euch nach dem konsumieren die beschriebenen Nebenwirkungen auffallen, scheut Euch nicht, DIREKT ärztliche Hilfe einzuholen.

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  Jun 2011

JES startet Fragebogenaktion zur Substituion

Der JES Bundesverband wird sich mal wieder einmischen und mit einem Fragebogen, der ausschließlich von aktuell Substituieren Frauen und Männern ausgefüllt werden kann, die Beziehung zwischen Arzt und Patient sowie die Rahmenbedingungen der Substituion untersuchen.

Eure Unterstützung lohnt sich, bereits mit unserer ersten Aktion im Jahr 2009 zum Thema „HIV und HEP in der Substitution“ konnten wir dazu beitragen Ärzte und Patienten zu sensibilisieren und dieses Thema in Fachdiskussionen z.B bei Kongressen zu platzieren.

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  Jun 2011

Worldwide petition to end the war on drugs

In wenigen Tagen wird eine globale Kommission – darunter ehemalige Staatschefs und Außenpolitiker aus der UNO, der EU, den USA, Brasilien, Mexiko und anderen Staaten – in einem öffentlichen Appell an die Regierungsschefs weltweit neue Ansätze der Drogenpolitik fordern, einschließlich der Entkriminalisierung und der Regulierung von Drogen.

Mit der Petition von AVAAZ soll dieser Appell nachdrücklich unterstützt werden.

Bisher haben fast 350.000 Personen gezeichnet. Bis 31. Mai sollen 500.000 erreicht werden, damit die Petition von der globalen Kommission persönlich an die führenden Regierungschefs übergeben werden kann.

VISION e.V. und Akzept unterstützt den Aufruf, die Petition zu zeichen, gemeinsam mit encod; ihra; idpc; EuroHRN und weiteren Organisationen.

16 Mai 2011

Kritik an hysterische Reaktionen

JES Bundesverband kritisiert hysterische Reaktionen auf Drogennachweis bei Kindern substituierter Eltern

Die folgenden Pressemitteilungen beziehen sich auf die politische Diskussion bzgl. Substituierter Mütter und Väter in Bremen:

Zur Debatte über die Situation von Kindern substituierter Eltern in Bremen erklärt der JES Bundesverband:

Hysterie und Gleichmacherei helfen nicht

Ohne wenn und aber, Kindern Betäubungsmittel und Rauschdrogen zu verabreichen ist verantwortungslos, lebensgefährlich und unentschuldbar. Zudem gehören solche

Substanzen nicht in Kinderhände.

Auch der JES Bundesverband, als Interessenvertretung von aktuell und ehemaligen

Drogenkonsumenten sowie Substituierten vertritt die Auffassung, dass sich Kindeserziehung und exzessiver Konsum von illegalisierten Substanzen in den meisten Fällen ausschließen.

„Allerdings verwehren wir uns dagegen, wenn, wie derzeit in Bremen praktiziert, Eltern, die sich in einer ärztlich kontrollierten Substitutionsbehandlung befinden, im großen Stil unterstellt wird, ihre Kinder bewusst unter Drogen gesetzt zu haben“, so Mathias Häde vom JES Bundesvorstand. „Diese Art der Diskussion trägt für uns Züge einer modernen Hexenjagd.“ so Häde weiter.

„Wie der Bremer Gesundheits-Staatsrat Hermann Schulte-Sasse betont, hat sich die Interpretation des Bremer Labors, dass diese Drogen im Körper der Kinder verstoffwechselt wurden, als nicht haltbar erwiesen“, erläutert Marco Jesse, Vorstand des JES Bundesverbands.

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04 Apr 2011

Deklaration der IHRA

Zum Start der Harm Reduction Konferenz in Beirut hat IHRA (International Harm Reduction Association) eine Deklaration verfasst.

Leider gibt es keine deutsche Fassung – im Mittelpunkt stehen jedoch die folgenden Punkte:

  • weltweite Anerkennung von Drogengebrauchern als eine HIV besonders bedrohte und betroffene Gruppe
  • universeller Zugang zu Prävention und Behandlung für IVDU (intravenös Drogen gebrauchende Menschen) weltweit
  • Erneuerung des politischen Mandats, dass politische Barrieren, die die Verbreitung von Harm Reduction Angeboten behindern, abgebaut werden müsen.

Die Declaration die im Rahmen des im Juni stattfindenden High Level Meetings der Vereinten Nationen zum Thema HIV/Drogen vorgestellt werden soll findet sich unter

http://www.ihra.net/declaration

Über zahlreiche Unterzeichner würden wir uns freuen.

27 Feb 2011

Neuer Rauschgifterlass

Wird Nordrhein-Westfalen zum Drogenparadies?

Rot-Grün will über kleine Drogendelikte öfter hinwegsehen, um die Großdealer zu fassen. Die Opposition warnt vor Verharmlosung.

Für Polizisten sind Situationen wie diese Alltag: Bei einer Führerscheinkontrolle fällt dem jungen Fahrer ein merkwürdiges Tütchen auf den Boden. Bei genauerer Betrachtung erweist sich dessen Inhalt als Bröckchen Haschisch – und schon wird der Drogenbesitzer angezeigt. Wiegt besagtes Bröckchen mehr als sechs Gramm, kann der Besitzer bislang davon ausgehen, dass ihm auch der Prozess gemacht wird. Der führt zwar nur sehr selten zur Vor- oder gar Haftstrafe. Aber eine „eindringliche Warnung davor, den Weg in die selbstzerstörerische Abhängigkeit weiterzugehen, ist so ein Prozess eben doch“. Und daran solle sich auch nichts ändern, meint der CDU-Rechtsexperte Peter Biesenbach.

Ganz anders sieht das die rot-grüne Landesregierung. Deren Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hat nun einen Erlass in die Feinabstimmung mit anderen Ministerien gegeben. Sobald dieser in Kraft tritt, spätestens im Frühling, werden Drogenbesitzer weit seltener mit abschreckenden Prozessen rechnen müssen. Denn: Die Landesregierung will Staatsanwälten nahelegen, Verfahren wegen Drogenbesitzes öfter einzustellen. Zu diesem Zweck wird per Erlass die sogenannte Eigenbedarfsgrenze erhöht: Künftig darf die Staatsanwaltschaft Verfahren einstellen, wenn der Delinquent mit maximal zehn Gramm Haschisch oder Marihuana und maximal einem halben Gramm Heroin, Kokain oder Amphetaminen erwischt wird.

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27 Jul 2010

Warnhinweis

Heute erhielten wir von der Hannöversche AIDS-Hilfe e.V. folgende e-Mail:

Zur Information aller Konsumenten möchte ich folgende Warnung verbreiten, welche mich gerade über das Café Connection erreicht hat:

Es ist möglicherweise derzeit Heroin auf der Szene im Umlauf, das ungewohnt stark bzw. möglicherweise mit gefährlichen Beimengungen gestreckt ist!

Bitte passt beim Konsum von unbekannter, z.T. deutlich orangefarbiger Schore auf.

Achtet bitte auch auf andere. Wenn Ihr feststellt, dass es Euch nach dem Konsum schlecht geht (z.B. auch mit Erbrechen von Blut!), sagt uns bitte Bescheid!

Es besteht hohe Gesundheitsgefahr!

Mit kollegialen Sommergrüßen

Günter Hosbach
Hannöversche AIDS-Hilfe e.V.