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08 Sep 2004

FDP will keinen Junkietreff

„Fast täglich“ in den letzten Monaten meint die FDP in Humbolt-Gremberg Wohnungs- und Autoeinbrüche sowie Raub auf offener Straße zu beobachten. Ihr Fraktionsvorsitzender Ralph Sterck interpretiert dies als „klassische Beschaffungskriminalität“ Drogensüchtiger und fordert die Schließung des Junkiebund-„Kontaktladens“ in der Taunusstraße. Dieser übe eine „Sogwirkung“ auf kriminelle Drogensüchtige aus.

Bernd Lemke, Geschäftsführer der Hilfs- und Beratungsstelle für Drogenabhängige, weist diese Forderung zurück. „Mit im Schnitt täglich 35 Klienten können wir gar keine Sogwirkung ausüben“, sagt er. „Wir wünschen uns noch mehr Besucher.“ Die von der FDP ebenfalls als „nicht akzeptabel“ beklagte offene Drogenszene an der Kalker Post habe es auch schon gegeben, bevor vor einem Jahr der Kontaktladen eröffnet worden sei. Hier sei im Gegenteil verstärkt Sozialarbeit nötig. Für das, auch vom Gesundheitsamt befürwortete, regelmäßige Aufstellen einer mobilen Beratungsstation, etwa zum Spritzentausch, scheitere aber an der fehlenden Genehmigung.

Auch das Sozialdezernat der Stadt Köln hat sich auf Nachfrage der taz gegen eine Schließung des Kontatladens ausgesprochen. FÜB/SCH

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