Drogenkonsumraum öffnet am 26. Mai

 

Was lange währt, wird irgendwann gut!

Mit VISION übernimmt weltweit erstmalig eine Selbstorganisation die Trägerschaft eines Drogenkonsumraums (DKR). 

Vor 35 Jahren gründete sich in Köln der Junkie Bund Köln e.V., heute VISION e.V., eine Vereinigung von Drogengebrauchenden, Substituierten und an HIV-/Hepatitis-Erkrankten, mit genauen Vorstellungen und Zielen. Die Rede war u.a. von Räumen, in denen Drogen konsumiert werden können und die Schutz vor Infektion, Überdosierung und Strafverfolgung bieten. Eine vollkommen utopische Forderung? In den Augen der damals zuständigen Kölner Politik ja. Eine wirkungsvolle Überlebenshilfe meinten wir.

 

 

Erst im Jahr 2017 entschied der Rat der Stadt Köln zum Antrag DKR Kalk in seiner Sitzung, dem Bezirk, der als hochkriminalisierter Raum und Drogenschwerpunkt zählt, einen Drogenkonsumraum zu genehmigen und zu finanzieren. Zu einer Umsetzung kam es aus unterschiedlichen Gründen aber nicht. Für Kalk und die Kalker Konsumierenden sollte diese Wartezeit noch weitere neun Jahre andauern.

Ein großer Erfolg für VISION und JES

Endlich, darauf haben wir so lange hingearbeitet und manchmal schon fast die Hoffnung aufgegeben. Aber wir wären nicht VISION e.V. und ein Teil von JES, wenn wir das Handtuch geschmissen hätten. Damit wird sich hoffentlich die gesamte Situation um Konsum in der Öffentlichkeit entspannen. Die Konsumierenden haben endlich eine Alternative zum Straßenkonsum. Einen Ort, an dem hygienischer, sicherer und entspannter Konsum stattfinden kann. VISION e.V. wird sich bemühen, die Bedürfnisse der Nutzer*innen aufzugreifen und ein adäquates Ambiente zu bieten, so weit dies die Rahmenbedingungen zulassen. Es ist schon etwas sehr Besonderes. VISION e.V., eine Einrichtung der Drogenselbsthilfe, wird Betreiber eines Konsumraums.

Eine einmalige Chance auch zu zeigen, dass ein solches Projekt auch von Menschen umgesetzt werden, die Konsumerfahrungen mitbringen. Ein weltweit einzigartiger Vorgang. Ein großer Erfolg für VISION e.V. und für den JES-Bundesverband. Wir freuen uns und sind stolz wie Bolle diese Chance zu erhalten und möchten uns bei den verantwortlichen Personen im Kölner Gesundheitsamt für das ausgesprochene Vertrauen bedanken. Da ist aber ebenso viel Respekt spürbar, Respekt vor der Aufgabe, vor der neuen, noch unbekannten Herausforderung. Die baulichen Vorbereitungen sind abgeschlossen und die Eröffnung steht vor der Tür.

 

Drogenkonsumraum Köln Kalk

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