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30 Okt 2003

Die Fronten sind verhärtet

Streit um geplante Beratungsstelle für Drogenabhängige

Die Junkie-Bund will an der Taunustraße ein Cafe und eine Beratungsstelle eröffnen. Geschäftsleute und Bürger aus dem Veedel wollen das verhindern.

VON NORBERT RAMME

2003_10_30_ksta_die_fronten.jpgHumboldt-Gremberg – „Für uns ist die Grenze der Zumutbarkeit erreicht“, sind sich Vorsitzender Albert Wolff und Wera Gerhards von Bürgerverein Humboldt-Gremberg einig. „Eine Anlaufstelle für Drogenabhängige ist zwar wichtig, aber bitte nicht in unserem Veedel und gleich in der Nachbarschaft eines Kinderspielplatzes.“

Die Fronten scheinen verhärtet. In wenigen Tagen will der „Junkie-Bund“ in den Räumen eines früheren Bistros – es war nach einer Drogenrazzia geschlossen worden – an der Taunusstraße 12 b eine Beratungs- und Anlaufstelle für Drogenabhängige eröffnen. Die Umbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. „An unserem derzeitigen Standort, einem städtischen Gebäude in der Straße »An den Reihen«, können wir nicht länger bleiben. Da funktioniert die Heizung nicht mehr, und die wird von der Stadt auch nicht repariert“, sagte Bernd Lemke Vorsitzender der Selbsthilfe-Organisation. Vor vier Jahren war der Junkie-Bund, der zuvor fünf Jahre an der Berliner Straße in Mülheim untergebracht war, in das Haus in einer Sackgasse an der Grenze von Vingst und Kalk umgesiedelt worden. Vorübergehend hieß es damals seitens der Stadt, die sich um bessere Räumlichkeiten bemühen wollte. Doch die wurden bislang nicht gefunden. Und so suchte der „Bund“ auf eigene Faust und mietete das ehemalige „Bistro Etna“ an.

„Da sind wir vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, schimpft nun Bürgervereinsvorsitzender Wolff. „Da hatte im Vorfeld keiner mit den Bürgern drüber gesprochen“. Das Gespräch wurde nun nachgeholt. In der Gaststätte de Haas trafen sich Bürgern und Geschäftsleute aus der direkten Nachbarschaft mit Vertretern des Junkie-Bundes, des Gesundheitsamtes und er Polizei. Zudem versuchte Elfte Scho-Antwerpes, die Kreisvorsitzende, des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) zu vermitteln. Scho-Antwerpes. „Alle erkennen die Arbeit des Junkie-Bundes an, doch keiner will ihn vor seiner Türe haben. Aber irgendwo muss er doch hin.“ Vielleicht können ja anderswo in der Nähe der Szene um die Kalker Post Räume angemietet werden. Dann würde der Junkie-Bund wohl kurzfristig nochmals umziehen.

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