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25 Mai 2007

Schüler mit Drogenspritze verletzt?

Süchtiger soll Kind Nadel in Arm gestochen haben

von Daniel Taab

2007-05-25-rundschau-schuel.jpgDie Stimmung rund um den Spielplatz an der Burgenlandstraße in Humboldt-Gremberg ist explosiv. Eltern wollen ihre Kinder nicht mehr im Sand spielen lassen, weil sie dort weggeworfenes Drogenbesteck fanden, andere Anwohner gehen für mehr Sicherheit auf die Straße und fordern die Stadt zum Handeln auf. Die Süchtigen an der Burgenland- und Taunusstraße erhitzen dort schon seit Monaten die Gemüter. Nun ist das passiert, was viele Mütter schon lange befürchteten. Ein achtjähriger Junge liegt im Krankenhaus, weil er sich entweder selber an einer im Gebüsch gefundenen Nadel verletzt .hat oder von einem Abhängigen in den Arm gestochen wurde.
Seit Montagnachmittag liegt der kleine Emre im Kinderkrankenhaus an der Amsterdamer Straße und wird dort mit Tabletten behandelt. „Im Moment geht es dem Jungen gut. Aber trotzdem kann der Ausbruch einer Erkrankung noch nicht völlig ausgeschlossen“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Eine mögliche Infektion würde erst später ausbrechen. Die Ärzte beobachten, ob der Achtjährige an Hepatitis C erkrankt sein könnte oder HIV-positiv ist.

Am Montag gegen 18 Uhr wurde die Polizei über den Fall informiert. Nach eigener Aussage hatte der Junge mit einem Freund auf dem Spielplatz an der Burgenlandstraße gespielt und dabei einen „Junkie“ beobachtet, der sich einen „Schuss“ setzte. „Der Mann ist auf uns zugekommen. Während mein Freund weg lief, hat mich der Fremde am Arm gepackt und mir die Spritze in den Arm gestochen“, sagte der Schüler in seinem ersten Gespräch mit der Polizei. An der Vernehmung am Krankenbett sagte der Junge dann, dass er keine Spritze gesehen habe und sich nur an den Stich erinnern kann. „Wir versuchen die Widersprüche aufzuklären“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Auch bei der Beschreibung des Tatverdächtigen gibt es verschiedene Aussagen. Der Verletzte beschrieb den Abhängigen als einen schwarzhaarigen Mann, während sein Freund „definitiv“ von einem Typen mit hellblonden Haaren sprach, so der Sprecher.

Spricht man mit den Müttern auf dem Spielplatz über die Ursachen der Drogenprobleme, wird oft der Name „Junkie Bund“ genannt. Bei der Selbsthilfeorganisation finden Süchtige Betreuung und können Spritzen tauschen. Ein benachbartes Ladenlokal soll sich zu einem Umschlagsplatz für Drogen entwickelt zu haben, sagen Anwohner. Den „Junkie Bund“ gibt es seit 2003 an der Taunusstraße. Er soll bald geschlossen werden, ein neuer Standort ist noch nicht gefunden. ,Wir suchen mit Hochdruck“, hatte Sozialdezernentin Marlis Bredehorst den Anwohnern bei einer Versammlung im März versprochen.

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