Drogenszene Friesenplatz

 

Geschäftsleute gehen auf die Barrikaden, weil die Kunden weg bleiben und der Umsatz sinkt

Von OLIVER MEYER

Köln – Sie sitzen mit der Bierflasche in den Ecken, sind zugedröhnt und belästigen Passanten. Jetzt reicht es den Geschäftsleuten am Friesenplatz. Sie wollen, dass die Junkies und Obdachlosen dort verschwinden. Der Umzug einer Arztpraxis vom Neumarkt Richtung Friesenviertel soll dafür gesorgt haben, dass viele Süchtige neuerdings am Friesenplatz rumhängen. Nachdem sie dort Methadon abgeholt haben, verkaufen es einige in der Szene weiter – um Geld für neue Drogen zu haben.

Die Geschäftsleitung vom Bekleidungsfachgeschäft „Weingarten“ spürt sogar einen Umsatzrückgang. „Wir haben den Oberbürgermeister angeschrieben, dass unsere Kunden wegbleiben. Leider gab es keine Reaktion“, so Verkaufsleiter Detlev Pauli. „Die Personen liegen in den Eingängen, haben ihren übel riechenden Besitz hier verstreut“, erklärt er.

Auch in der Zwischenebene der KVB am Friesenplatz sitzen Junkies mit ihren Hunden. „Doch für diese Ebene ist die Stadt zuständig, nicht wir“, erklärt KVB-Sprecher Stephan Anemüller.

Das Ordnungsamt müsse endlich durchgreifen, fordern Geschäftsleute. „Notfalls muss man die Nutzungskonzepte solcher Plätze eingrenzen und das Biertrinken außerhalb der Kneipen verbieten“, so Anemüller. Der Polizei sind die Hände gebunden. Sie sei nicht zuständig, das Ordnungsamt sei gefragt, so ein Sprecher.

2 Antworten

  1. sigi sagt:

    rich hab frueher mal in Coelle mein substitut erhalten, und erinnere mich mit grauen,( getrennte Wartezimmer, kein Mehta bei langerem aufenthalt in praxisnaehe,usw) denn man empfindet ein Beduerfnis nach komunikation mit selbst betroffenen, welches ganz normal ist wie ein Betriebsrat oder so, aber das wird nicht gern gesehen, Ihr von Vision versteht das. Also leben wir damit und werden mit den armen Pennern + Berbern in eine Schublade gesteckt, aber wir sind viel schlimmer viel sehr viel denn wir wissen wie gut Autos brennen denn unsere richtigen alte Verbindungspunkte sind kriminalisiert und geschlossen worden. Irgendwo hier liegt wohl die Ursache und mit brennenden Autos wird’s nicht besser aber solange einzelne 145000€ taeglich nach Steuer verdienen und andere hungern mit verhungerten Kindern im Garten im GRAB aber vieleicht adoptiert uns jemand. Dem Friesenplatz wuerd’s wohl gut tun.

  2. Ulrike Schütz sagt:

    Laut Bericht des Express vom 26.08 2011 soll der Umzug der Arztpraxis vom Neumarkt Richtung Friesenplatz dafür gesorgt haben, das viele Süchtige neuerdings am Friesenplatz „rumhängen“.

    Nachdem sie in der Praxis ihr Substitut (Drogenersatzstoff Methadon) abholen, sollen sie am Friesenplatz das Methadon verkaufen, damit sie Geld für Drogen haben. Dies entspricht nicht der Wahrheit. Die wenigsten Patienten bekommen ihr Methadon mit nach Hause (das sogenannte „Take-home“ für eine Woche). Alle, die täglich in die Praxis kommen, müssen ihren Ersatzstoff vor Ort in der Praxis trinken, damit eben einem Verkauf entgegen gewirkt werden kann.

    Zudem haben wir bei unserer Streetworkertour festgestellt, dass sich gegen 12.30/13:00 Uhr keiner der Patienten mehr am Friesenplatz aufhält.

    Am Friesenplatz halten sich auch Obdachlose auf, die ihren gesamten Besitz in einem Einkaufswagen mit sich führen, der angeblich zum Himmel stinken würde. Dies ist aber eine ganz andere Gruppierung, als die Patienten, die hier am Friesenplatz täglich ihre Medikamente in der Praxis einnehmen müssen. Die Obdachlosen waren schon vor dem Umzug der Praxis dort.

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