Trägerpositionierung zur Kölner Drogenpolitik

 

Statt Verdrängung: Menschenwürde.

Aidshilfe Köln, VISION e.V. und Notel/Kosmidion legen Positionspapier zur offenen Drogenszene vor

Köln, der 29. August 2025. Anlässlich des International Overdose Awareness Day (31.8.) fordern die drei Träger der Kölner Suchthilfe – Aidshilfe Köln e.V., Vision e.V. und Notel & Kosmidion – eine realitätsnahe und menschenwürdige Drogenpolitik für Köln. Mit ihrem heute veröffentlichten Positionspapier reagieren sie auf die zunehmenden Debatten zur offenen Drogenszene in Köln und insbesondere zum Neumarkt.

„Repression und Verdrängung lösen keine Probleme. Wir brauchen pragmatische, gesundheitsorientierte und menschenfreundliche Lösungen“, betonen die Träger. Köln solle den Mut haben, Vorreiter einer modernen Drogenpolitik in NRW zu werden – orientiert am erfolgreichen Zürcher Modell.

Die Dringlichkeit ist offensichtlich: Allein im vergangenen Jahr starben in Köln und Leverkusen 88 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Davon der überwiegende Teil mit 83 in Köln.

Die zentralen Forderungen des Positionspapiers lauten:

  • Räume schaffen statt verdrängen: Begegnungsorte mit Mindeststandards wie Konsumräumen, sanitären Anlagen, Ruhebereichen und Essensangeboten.
  • Gesundheit fördern – auch ohne Abstinenz: Ausbau von Drogenkonsumräumen, mobile medizinische Versorgung und langfristige Absicherung von Angeboten wie dem anonymen Krankenschein.
  • Patient:innenorientierte Substitution: Behandlung ohne Bestrafung und Bevormundung, leichterer Zugang zur und Modernisierung der Diamorphinbehandlung und Abschaffung entwürdigender Kontrollmechanismen.
  • Entkriminalisierung statt Repression: Besitz geringer Mengen entkriminalisieren, Modellversuche für regulierten Kleinhandel starten, Polizeiressourcen für Schutz und Prävention einsetzen.
  • Wohnen ermöglichen: Housing First verbindlich umsetzen, diskriminierungssensible Notunterkünfte schaffen und Schutzräume für besonders vulnerable Gruppen wie FLINTA*-Personen einrichten.

„Köln kann aus Zürich lernen: Eine akzeptierende und konsequent ausgestattete Drogenpolitik verbessert Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität – für alle Menschen in der Stadt“, heißt es im Papier.

 

Download Positionspapier: Traegerpositionierung-Drogenpolitik-Koeln.pdf

Eine Antwort

  1. Alexander Jussen sagt:

    Ich wünsche mir mehr Transparenz in Sachen Drogepolitik. Mehr Respekt gegenüber unseren Personen..

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