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01 Jun 2007

Bis Ende des Jahres soll der Junkie-Bund seinen jetzigen Standort aufgeben.

Bis Ende des Jahres soll der Junkie-Bund seinen jetzigen Standort aufgebenDie Wellen schlugen hoch, als vor einiger Zeit das Gerücht die Runde machte, ein Junge sei von einem Drogensüchtigen auf dem Spielplatz an der Burgenlandstraße mit einer Spritze attackiert worden. Glücklicherweise scheint sich dies zumindest in dieser Form nicht zu bewahrheiten, aber dass es in Humboldt-Gremberg ein Drogenproblem gibt, ist offensichtlich.

Immer wieder findet sich gebrauchtes „Besteck“ im Umfeld des Spielplatzes, Jugendliche und ältere Menschen werden angepöbelt — es hat sich eine Stimmung der Angst und Unsicherheit im Veedel breit gemacht. Seit die Szene vor der Kalker Post vertrieben wurde, hat sich das Problem verlagert, gelöst wurde es nicht. Die Bürger laufen Sturm gegen den dort ansässigen Junkie Bund, in dem Süchtige Betreuung finden und Spritzen tauschen können. Man bemüht sich zurzeit, einen anderen Standort für die Einrichtung zu finden, doch das ist nicht einfach – wo immer der Junkie Bund angesiedelt werden soll, werden Proteste laut. Außerdem soll sich neben dem Spielplatz ein Lokal angesiedelt haben, das die Süchtigen mit Drogen versorgt.
Der Polizei ist das Problem bekannt, und auch Sozialdezernen-tin Marlies Bredehorst hat sich wiederholt in die Gespräche eingeschaltet — passiert ist bislang allerdings wenig. Der Bürgerverein setzt sich gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins seit Jahren für eine Verschönerung des Wohnumfeldes ein, sammelt Spenden für neue Projekte und versucht zu vermitteln, aber auch dort schwankt man mittlerweile zwischen Ohnmacht und Wut. Bis Ende des Jahres soll der Junkie Bund seinen jetzigen Standort aufgeben. Ob damit aber wirklich das Drogenproblem in Humboldt-Gremberg mit all seinen negativen Begleiterscheinungen gelöst wird, bleibt abzuwarten.

Ingo Zang

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