Trauer
In Gedenken an alle Verstorbenen Freunde und Freundinnen.
Trauer
09
Apr
2009
VISION trauert um seinen ehemaligen Mitarbeiter Alexander DietschQuelle: Marco Jesse - Kategorie: Trauer
Alexander war bei allen Mitgliedern des Teams und Besuchern des Kontaktladens sehr beliebt. Sein plötzlicher und überraschender Tod ist für uns und das gesamte JES Netzwerk ein großer Verlust. Wir können nur hoffen, dass er seinen Frieden finden wird und seiner Familie und seinen Freunden viel Kraft wünschen um diese schwere Zeit zu überstehen. Leider mussten wir erfahren, dass unser langjähriger Besucher und Weggefährte Metin in der vergangenen Woche verstorben ist. Er wurde in einer leider immer noch typischen Situation aufgefunden -überdosiert auf einer öffentlichen Toilette-. Stellt sich die Frage, ob das passiert wäre, wenn der rechtsrheinische Drogenkonsumraum seinen Betrieb schon aufgenommen hätte. Dort hätte er nicht nur unter menschenwürdigeren und sterilen Bedingungen konsumieren können, er hätte auch sofort die nötige Hilfe bekommen. Leider wird es wohl noch viele Menschenleben kosten, bis sich die Einsicht durchsetzt, dass in allen niedrigschwelligen Einrichtungen des Drogenhilfesystems nicht nur selbstverständlich Spritzen getauscht werden, sondern auch saubere und sichere Konsumgelegenheiten angeboten werden müssen. Hartmut Organiska und das VISION Team
Der “Vater” des Kölner Junkie Bund und langjährige Aktivist des bundesweiten JES Netzwerks (Junkies/Ehemalige/Substituierte) hat damit auch sichtbar den Platz besetzt, den er als Mensch und Ideengeber immer bei VISION haben wird. Künftig kann an diesem Ort den Drogengebrauchern gedacht werden, die an den Folgen eines von Ausgrenzung, Stigmatisierung und Repression geprägten Lebens versterben. VISION und seine Mitarbeiter werden, auch in der Verpflichtung diesen Menschen gegenüber, weiterhin ein grundsätzliches Umdenken in der deutschen Drogenpolitik einfordern und an der Umsetzung eines bedarfsgerechten Drogenhilfeangebots mitarbeiten. weiterlesen… » Die langjährige Aktivistin der Hamburger Eltern- und Angehörigeninitiative ini und ehemalige Vorsitzende des Bundesverbands der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit Marcella Papenmeyer verstarb zu unserem Erschrecken am 6.10 dieses Jahres durch eine tückische Krankheit. Marcella war nicht nur eine der ersten Mütter, die sich für akzeptierende Ansätze in der Drogenarbeit stark machte. Sie stand JES und den Menschen im Netzwerk immer mit großer Nähe und ebenso großem Engagement zur Seite. Ihr Tod ist ein großer Verlust bei dem Bemühen um ein humanes und menschenwürdiges Leben von Drogengebrauchern in Deutschland. Zudem wird sie uns als Mensch fehlen. Marco Jesse Da unser Umzugstermin ursprünglich im Juli sein sollte, hatten wir eine Veranstaltung auf dem neuen Gelände geplant. Diese Möglichkeit fällt nun leider weg. Kurzfristig machen wir nun einen kleinen Infostand auf dem Platz an der U-Bahn-Haltestelle „Kalk Post“. In der Zeit von 12:00 bis 16:00 Uhr gedenken wir dort allen verstorbenen Drogengebrauchern und –gebraucherinnen. Unser Ladenlokal wird an diesem Tag geschlossen bleiben. weiterlesen… » Stefan S. aus Mühlheim ist auch leider bei seinem Opa verstorben an einer Überdosis. Es ist Heroin von über 60% im Umlauf - gepaart mit Dreck. In der letzten Woche sind fünf Bekannte gestorben. Ich weiss nicht, wie ich klar komme mit Pillen und Alk… Mit Mitte 30 hat uns mit Markus wieder ein Drogengebraucher viel zu früh verlassen. Gewollt -aufgrund seiner nicht idealen Lebensumstände- oder ungewollt -weil er nicht wissen konnte wie gut sein Heroin ist- das kann er uns nicht mehr mitteilen. Diejenigen, die Ihn kannten, wissen von der Lebenslust die in ihm steckte und die wissen auch das er noch lange unter uns weitergelebt hätte. Er starb nicht draußen im Gebüsch sondern in seiner Wohnung. Zumindest sein gewohntes Umfeld ist ihm zuletzt geblieben. Er wird nicht vergessen. Vor kurzem verstarb Peter H. nach langem Spanien Aufenthalt friedlich im Schlaf. Auch er wäre sicher ohne die Folgen eines von Illegalität und Strafverfolgung dominierten Lebens noch unter uns. Im Interesse aller in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren an den Folgen der Prohibition verstorbenen Menschen wird der Junkie Bund Köln auch weiter ein grundsätzliches Umdenken in der Drogenpolitik einfordern. Mit jungen 22 Jahren ist Ivonne Anfang März im Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben. Durch Ihren Lebensweg war Ivonne körperlich so schwach geworden, das in Ihrem Körper nicht mehr genug Kraft vorhanden war, das Sie diese Kankheit bewältigen konnte. Das zeigt wieder wie wichtig es ist trotz des täglichen Überlebenskampfes, den das Leben auf einer offenen Drogenszene mit sich bringt, darauf zu achten den Körper so gesund als möglich zu halten. Wenigens regelmäßig zu Essen, mindestens einmal am Tag ist nur eines der nötigen Dinge. Ich glaube Ivonne würde uns allen noch viel mehr Ratschläge mit auf den Weg geben, wenn Sie es noch könnte. Für Sie leider zu spät- jedoch was ist mit uns, die noch Leben ? Noch. Ronnie ist durch einen tragischen Unfall verstorben. Beim überqueren der Gleise der Bundesbahn, war er leider unachtsam und wurde von einem herannahenden Schnellzug erfasst.- Und wieder waren es nur Sekunden, die über Leben und Tot entschieden haben. Wie leider so oft im Leben. Der Junkie Bund möchte mit diesem Eintrag ins Trauerbuch damit beitragen, das Ronnie nicht vergessen wird und alle die ihn kannten beim Durchschauen der Homepage immer wieder an ihn erinnert werden. - Die Zeit wartet nie - Flyer “Nacht der Lichter” Bonn Redebeitrag von Marco Jesse zur “Nacht der Lichter” der AIDS Initiative in BonnEs freut mich, dass ich heute hier stellvertretend für viele Drogengebrauchende Menschen zu Wort kommen darf.
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