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21 Jan 2013

Neue Wechselausstellung

Wir freuen uns, Werke von Ralf Hennerici und Havva Sari präsentieren zu können.

Ralf Hennerici

www.ralf-hennerici.de

In meinen Werken der geht es um Ansammeln, Anhäufen und Verdichten und die energiebündelung, die dadurch entsteht.

Informationen, Sachverhalte und Dinge werden ihrem gewohnten Kontext entnommen und in gehäufter, übersteigerter Form wieder neu zusammengesetzt.

Themen meiner Arbeiten sind die Komplexität, Mehrschichtigkeit und Mehrdimensionalität des Lebens. Ich versuche dies in meinen Werken nachzuempfinden und sichtbar zu machen.

Aus Althergebrachtem wird Neues, Ungewohntes, noch nie Gesehenes geschaffen. Neue Vernetzung, Verschattungen, neue Zusammenhänge entstehen.

Es geht um die Verdichtungsenergie, die aus dem Anhäufen und Zusammentragen von ähnlichen oder auch unterschiedlichen Elementen ensteht.

Weiterhin geht es um Zuspitzung, Überhöhung, Steigerung bis hin zum Absurden. Meine Arbeit besteht aus Selektieren, Akkumulieren und Rekonstruieren.

Die Welt mit ihren Phänomen wird auf handhabbare Wahrnehmungselemente reduziert, um verdaut/verarbeitet zu werden. Aus diesem Prozeß kann letztendlich dann Neues, noch nicht Dagewesenes, noch nicht Gesehenes entstehen.

Havva Sari

www.havva-sari.de

„Warum machst du Kunst?“

Schon in meiner Kindheit habe ich das Malen als Ausdrucksmittel entdeckt, um mich mit Eindrücken und Erfahrungen auseinander zu setzen. Das hat sich bis heute fortgesetzt. Für mich ist das Malen Therapie und Meditation, es ist wie eine Reise in mein Inneres. Während des Schaffens bewege ich mich in anderen Sphären, bin völlig losgelöst vom Alltag. Ich begebe mich allmählich auf eine Reise in mein Inneres und lasse meiner Phantasie freien Lauf. Auch finde ich es sehr spannend, wie meine Bilder auf die Betrachtenden wirken. Der Betrachter soll, wie ich auch, in eine andere Welt entführt werden und seiner Phantasie freien Lauf lassen.

„Welches waren wichtige Stationen deiner künstlerischen Entwicklung?“

Mit dem Studium der Sozialpädagogik von 1991-1995 habe ich unter anderem Techniken gelernt, um Pädagogik adäquat mit Kunst zu verbinden. Mein Schwerpunkt lag im Bereich Spiel- und Kunstpädagogik. Während dieser Zeit habe ich diverse Kursangebote für Erwachsene und Kinder gegeben. Selbst meine Diplomarbeit war von der Kunst geprägt. Seit Anfang 2000 arbeite ich völlig abstrakt. Seitdem intensivierte ich meinen eigenen, unverwechselbaren Stil.

„Welche Techniken, Arbeitsmittel und Formate benutzt Du?“

Das Endstehen eines Bildes durchläuft verschiedene Phasen: Zunächst wird eine Modelliermasse aufgetragen, die aus verschiedenen Füllmitteln zusammengesetzt ist, zum Beispiel aus Quark, Kartoffelstärke, Pappmache, Champagnerkreide, Sand, Leim, Strukturpasten usw. Dann wird die Spachtelmasse mit verschiedenen Materialien wie Sand, ^ Gewürz, Stein, Pigment usw. vermischt. Dabei entstehen Strukturen, in denen sich nach dem Trocknen Risse bilden. Nach dem Trocknen der Materialien folgt der Auftrag mehrerer Farbschichten. Das Auftragen der Farben zieht sich über Tage hin. Jede Farbschicht muss austrocknen, bevor eine weitere aufgetragen wird.

„Welche Themen und Motive behandelst du in deinen Werken?“

Meine letzten Werke beinhalten das Thema bzw. Motiv Spuren – „Spurenelemente“. Spuren sind Elemente von Kommunikation, Inspiration, Zivilisation, Imagination oder Sinnlichkeit. Alles hinterlässt Spuren. Von den Naturelementen über Mikroorganismen bis hin zum Menschen. Spuren formen uns. Spuren aufzunehmen ist für mich eine grundlegende Haltung des Menschen. Diese Dynamik setzt sich elementar in der eigenen Künstlerischen Arbeit fort und überträgt sich im Idealfall auf den Betrachter meiner Arbeiten. Durch meine Arbeit hinterlasse ich Spurenelemente, die Andere wiederum aufnehmen können. Die Spur setzt sich selbständig unkontrollierbar und in völliger Freiheit fort.

„Was ist das Charakteristische an deiner Kunst?“

Der Betrachter wird in eine andere Welt verführt, die anregend für die Sinne sind. Meine Kunst soll Freunde vermitteln und anregend für die Phantasiewelt sein. Sie ist nie langweilig, denn man entdeckt immer wieder was Neues beim Betrachten. Der Betrachter verfolgt dabei den Verlauf der Farbfelder und Farbräume, Assoziationen, den Wechsel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.
Aus den Spachtelmassen und Farbschichten entstehen Spuren, die Geschichten erzählen, von denen wir begeistert sein können, die wir organisch weiterdenken können und die die Fährten in die Welt von Mikro- und Makrokosmos eröffnen. Dabei entstehen die Bilder nicht unbedacht. Für mich liegt das Schema bzw. Grundgerüst schon vor dem Malakt im Kopf. Durch ausgewählte Farben, Materialien und durch den schnellen Malakt wird die Idee im Bild im Laufe der Prozesse fixiert.

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