Kategorienarchiv: Presse

04 Apr 2018

„Fragile Lage“ am Neumarkt

„Fragile Lage“ am Neumarkt

POLIZEI Der Mann, der Karfreitag tot neben dem Kiosk lag

VON INGO HINZ UND BETTINA JANECEK

Er ist 57 Jahre alt geworden und hieß Bernd. Vielmehr ist über den Mann, den Mitarbeiter der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) am Karfreitag auf dem Neumarkt leblos gefunden haben, bislang nicht bekannt. Ein Blumenstrauß mit einem Holzschild, auf dem sein Name zu lesen ist, erinnert an den Mann, der dem Vernehmen nach wohnungslos und drogenabhängig war. Gegen 13.15 Uhr sahen Zeugen den regungslosen Mann in der Nähe des Kiosks neben der Bahnstation und alarmierten den Rettungsdienst. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. „Die gerichtsmedizinische Untersuchung zur Todesursache des Mannes ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Polizeisprecher Christoph Schulte am Dienstag dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Erst dann werde sich ergeben, in welche Richtung die Beamten ihre Ermittlungen schwerpunktmäßig ausrichten. Auch die Frage einer möglichen Fremdeinwirkung könnte sich erst dadurch klären.

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29 Mrz 2018

Titelthema der Stadtrevue: Die Rauschzone

DIE RAUSCHZONE

Die Zeit des Heroins ist bald vorbei? Für Köln stimmt das nicht. Am Wiener Platz, Neumarkt oder Friesenplatz ist das Elend der Abhängigen für jeden sichtbar. Nun will die Stadt das Drogenproblem in den Griff kriegen – mit mehr Hilfsangeboten und Konsumräumen

Im Minutentakt füllt ein Pfleger Methadon-Lösung in Pappbecher, drückt anschließend auf den Orangen-saftspender und reicht die grellfarbige Mischung über die Theke. Gleich endet die Mittagsvergabe, noch zehn Menschen warten vor dem Ausgabefenster der Substitutionsambulanz in der Lungengasse. Hier, direkt hinter dem Gesundheitsamt, bekommen täglich mehr als 300 Suchtkranke Drogenersatzstoffe und werden medizinisch und psychosozial betreut.

Nur wenige Schritte sind es von hier bis zum Neumarkt, der seit vielen Jahren als Kölns Drogenhotspot Nummer eins gilt. Zuweilen kommen Passanten nicht umhin, an der KVB-Station oder vor der Stadtbibliothek am Josef-Haubrich-Hof mit anzusehen, wie Menschen sich Heroin aufkochen und die Spritze setzen. Doch auch am Friesenplatz, am Wiener Platz in Mülheim, in Kalk oder am Kölnberg gehören solche Bilder zum Alltag. Schätzungsweise 10.000 Menschen sind in Köln abhängig von illegalen Drogen. Im Gegensatz zu anderen Städten ist Heroin hier die Droge Nummer eins, gefolgt von Kokain und „Benzos“, also Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Mehr als 2000 Kölner sind in Substitution. Laut Polizeistatistik gab es 2016 so viele Rauschgiftdelikte wie in keinem der zehn Jahre zuvor. 42 Menschen starben direkt an den Folgen ihres Drogenkonsums. Geraten die Drogenprobleme in Köln außer Kontrolle?

„Es wird jedenfalls zunehmend öffentlich konsumiert, die Hemmschwelle sinkt“, sagt Marga Weisner vom Verein Drogenhilfe. Sie ist als Streetworkerin täglich an den innerstädtischen Treffpunkten der Szene unterwegs, auch am Neumarkt. Weil der Platz zentral gelegen, gut einzusehen ist und Fluchtmöglichkeiten in alle Richtungen bietet, ist er beliebt bei Dealern von harten Drogen – und ihren Kunden. Schon seit 2014 gibt es dort eine „erhöhte Beschwerdelage“, der öffentliche Druck nahm stetig zu.

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06 Mrz 2018

Tristesse am Friesenplatz

Tristesse am Friesenplatz

Die Zwischenebene der U-Bahnhaltestelle hat sich zum linksrheinischen Hotspot der Drogenszene entwickelt. Bei schönem Wetter verlagert sich der Treffpunkt auf den oberirdischen Platz. Viele Passanten fühlen sich verunsichert. Die vielen leerstehenden Geschäfte verschärfen das Problem

VON MARTIN BÖHMER UND ALEXANDRA RINGENDAHL

Ayhan zieht den Rauch der Selbstgedrehten in die Lunge. Mit der Dunstwolke sagt er: „Wo sollen wir denn hin?“ Der 40-Jährige, dessen hageres Gesicht aus mehrere Kapuzenschichten vorschaut, war jahrelang heroinabhängig. Seit drei Jahren ist er in Substitutionsbehandlung in einer Arztpraxis am Friesenplatz, holt sich täglich seine Methadon-Dosis ab, die die Drogensucht unterdrückt. Seit drei Jahren trifft er sich dann mit Menschen, die eine ähnliche Geschichte erzählen können, in der unterirdischen Zwischenebene der Bahnhaltestelle. Die Fliesenlandschaft ist ihr Wohnzimmer.

Unter Streetworkern gilt der Friesenplatz inzwischen als linksrheinischer Drogenhotspot der Stadt, wie Streetworker Stefan Lehmann bestätigt, der im Auftragt des Gesundheitsamtes der Stadt jeden Tag vor Ort ist. Gründe dafür, dass die Szene hier einen Konzentrationspunkt gefunden hat, gibt es viele: Die Zwischenebene der U-Bahn, in der sich je nach Wetter mehrere Dutzend Suchtkranke aufhalten, bietet Schutz auch bei Regen und Kälte, der dortige Kiosk bietet Getränkenachschub.

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02 Mrz 2018

Kölner setzen Millionen mit Cannabis um

Kölner setzen Millionen mit Cannabis um

START UP – Die Cannamedical Pharma profitiert von der Freigabe des Handels zu medizinischen Zwecken vor einem Jahr

VON WILLI FELDGEN

Köln. Mit dem Druck aktueller Visitenkarten für seine Beschäftigten kommt das junge Start-up-Unter-nehmen kaum nach: Zum wiederholten Mal seit dem Start ihrer Geschäftsaktivitäten vor einem Jahr ist die Cannamedical Pharma GmbH in Köln umgezogen. Vor drei Wochen hat das Unternehmen die gesamte 16. Etage im Kölnturm des Mediaparks bezogen.

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24 Feb 2018

Wir lassen uns nicht mehr alleine

„Wir lassen uns nicht mehr alleine“

WOHNUNGSNOT – Ein obdachloses Paar lebt im Wald, weil es nicht genügend Notunterkünfte gibt

VON RAPHAEL MARKERT

Ein Fußabstreifer liegt auf dem vom Regen aufgeweichten Waldboden zwischen den Bäumen. Matsch rieselt auf die Erde, als Andreas Hein vor seiner Unterkunft die Schuhe abklopft. Eine olivgrüne Plane schimmert zwischen dem kahlen Geäst hervor: ein Zeltbau mitten in einem Waldstück bei Höhenberg. Zwischen Mäusen und Mülltüten leben Andreas und seine Partnerin hier seit Monaten – fehlenden Sanitäranlagen und eisigen Temperaturen zum Trotz. Denn die Stadt findet für das obdachlose Pärchen keine gemeinsame Wohnung.

Es ist kalt an diesem Dienstagabend. Sehr kalt. Minus drei Grad. Andreas Hein gähnt, eine dünne Atemwolke schiebt sich aus seinem Mund und verdampft in der eisigen Luft. In der vergangenen Nacht haben die beiden besonders schlecht geschlafen. Nicht wegen der Feldmäuse, die die beiden jede Nacht durch das angenagte Loch in der Zeltwand besuchen. An die sind sie inzwischen gewöhnt. Die Gasflasche mit Heizaufsatz, die im Zelt wenigstens etwas Wärme spendet, war plötzlich leer. Im beengten Zelt, wo sich die beiden zwischen Aschenbecher, Klopapierrollen, Milchpackungen und leeren Fastfoodtüten eine abgenutzte Matratze und eine kärgliche Decke teilen, war es dann kaum wärmer als außerhalb der dünnen Zeltwände. „Jetzt im Winter ist es schlimm. Ich kann die Kälte gar nicht in Worte fassen“, sagt Kümmel und zieht hustend den Schal um ihren Hals noch etwas enger. Seitdem das Paar im Wald lebt, sind die beiden dauererkältet, haben ständig Kopfschmerzen, wirken ausgezehrt – mehr als zehn Kilo hat Hein bereits abgenommen. Und auch zwischen den beiden hat die zum Dauerzustand gewordene Situation Spuren hinterlassen: Wegen der Enge im Zelt gerät das Paar häufig aneinander. „In der letzten Zeit immer öfter“, sagt Sandra Kümmel.

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19 Feb 2018

30-Minuten-Deutschland auf RTL

Am 19.02.2018 lief in der Sendung 30-Minuten-Deutschland auf RTL ein Bericht über ein Wildcamper-Pärchen. Unsere Einrichtung ist auch kurz Thema, weil der Mann unser Angebot der postalischen Meldeadresse nutzt.

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  Jan 2018

Seitenwechsel Nr. 01

Seitenwechsel

Arbeitskreis der Arbeitsmaßnahmen für Menschen mit Suchterkrankungen in NRW

Die berufliche und soziale Integration von Menschen mit einer Suchterkrankung trägt grundlegend zur nachhaltigen Überwindung einer Abhängigkeitserkrankung bei. Einen ganz wesentlichen Beitrag in der kommunalen Suchthilfelandschaft leisten die in der Broschüre dargestellten Arbeitsprojekte aus NRW für diese spezielle Zielgruppe.

Die Projekte sollen Mut machen und weitere Akteure im Land motivieren, spezielle befähigungsorientierte Angebote zur Entwicklung einer individuellen beruflichen Perspektive suchtkranker Menschen zu initiieren.

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22 Jan 2018

Cannabis-Shops in der Innenstadt

Cannabis-Shops in der Innenstadt

HASCHISCH Politiker möchten Konsum teilweise legalisieren – Antrag in der Bezirksvertretung

Von Tim Attenberger

Köln – In mehreren Bundesstaaten der USA ist der Besitz von Marihuana bereits erlaubt, in Deutschland gibt es zumindest einige zaghafte Vorstöße. Jetzt wagen die Politiker von Grünen und Linke sowie den Wählergruppen GUT und Deine Freunde in Köln einen neuen Anlauf. Sie stellen für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag, um zumindest den Konsum von Cannabis teilweise zu legalisieren.

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18 Nov 2017

Markstein für die Malteser

Markstein für die Malteser

Einweihung Katholische Hilfsorganisation zieht mit rund 400 Mitarbeitern in ein neues Bürogebäude am Deutzer Feld

VON CLEMENS SCHMINKE

„Unglaublich funktional“, nannte Erich Prinz zu Lobkowicz, Präsident der deutschen Assoziation des Malteserordens, die moderne Zentrale in Kalk, in die der Malteser Hilfsdienst bereits im Oktober umgezogen ist. Am Freitag ist das Gebäude mit einem Familienfest für die rund 400 Mitarbeiter eingeweiht worden. Außer der Funktionalität – „manchmal am Rande von sehr einfach“ – stehe der Bau für eine „energetische Meisterleistung“, sagte Lobkowicz: Es ist ein Niedrigenergie-Gebäude mit großen Anlagen für den Tagesbetrieb und einem Energiesparmodus für die Nacht. Bürgermeister Ralf Heinen bezeichnete die Immobilie als „Markstein“ des Baugebiets „Deutzer Feld“, das seinem Namen zum Trotz in Kalk liegt. Ungewöhnlich für ein Bürogebäude, aber passend dazu, dass der Nutzer eine katholische Hilfsorganisation ist: Im vierten Stock gibt es eine Kapelle. Kardinal Rainer Woelki weihte sie und den Altar im Rahmen eines Pontifikalamts. „Lass uns mit allen Brüdern und Schwestern, die künftig Gottesdienst feiern in dieser Kapelle, zur himmlisehen Stadt Jerusalem“, sagte der Erzbischof bei der Segnung. Danach schickten Kinder aus dem Innenhof ihre an 500 Luftballons befestigten Wünsche gen Himmel.

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17 Nov 2017

Voller Scham und Sehnsucht

Voller Scham und Sehnsucht

Immer mehr Frauen sind obdachlos.
Sie leben auf der Straße besonders gefährlich.
Zwei Kölner Betroffene erzählen

VON ALEXANDRA RINCENDAHL

Die Tauben, das sind meine Freunde.“ Für Nora N., die an ihrem Stammplatz rechts neben dem Haupteingang des Hauptbahnhofs sitzt, sind die Tiere auf der Domplatte Seelenverwandte. Verkannt als schmarotzende Ratten der Lüfte. „Bettler, genau wie ich, Seelenverwandte.“ Die 34-jährige Frau mit den rot gefärbten Haaren und den feinen Gesichtszügen lebt mit Unterbrechung auf der Straße seit sie 17 Jahre alt ist. Fast genauso lange kämpft sie gegen ihre Drogensucht, in die sie in ihrer jugendlichen Rebellion damals als Punk irgendwie reingerutscht ist.

Sie schnorrt, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Nora, die offen über ihr Leben als Frau auf der Straße redet und in der Stadt bekannt ist, ist eine Ausnahme. Denn obwohl die Zahl der obdachlosen Frauen in Köln wie auch bundesweit stetig steigt, bleiben sie im Stadtbild merkwürdig unsichtbar. Egal, ob vor dem eigenen Supermarkt im Veedel oder entlang der Hohe Straße: Fast ausschließlich Männer prägen das Stadtbild.

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